Oh, schon wieder Sonntagslinks

Ein Kind sieht die Welt mit anderen Augen. Doch kaum bist Du 18, machst Du Bekanntschaft mit der Realität und stellst fest: Deine Freunde kannst Du Dir aussuchen – deine Familie nicht: Sina wird 18. Harr, harr: Sina, bleib so wie Du bist!

Liebe ist 9

Auch so seine Probleme mit der Realität hat Deutschlands Internetschäfer Nr. 1, der u.a. Wurst versendet:

Wir versenden klimaneutral mit DHL, wobei wir der Sache noch nicht so richtig trauen.

Wanderschäfer Sven de Vries: Es gibt wieder Wurstpakete!

Yes, Sven! Würde ich auch nicht. Wir alle erinnern uns noch an die nervige Werbung: „Mit jedem Kasten Krombacher retten Sie einen Quadratmeter Regenwald„. War irgendwie auch nicht so überzeugend. Saufen für den Regenwald! So so.

Wir Franken bekommen ja oft genug aufs Maul (Fußball, Söder, Dialekt). Wie schön, wenn man da mal unter all dem geschwätzigen Südpöbel als sympathisch bezeichnet wird. Hey danke, das letzte Mal ist das, glaube ich, im Jahr 1806 passiert…:

Das Karge, Stoische, Lakonische macht die Menschen im Norden sympathisch. Der Süden mit den geschwätzigen und selbstgefälligen Bayern, Sachsen und Schwaben ist das genaue Gegenteil. Bis auf die Franken. Sie sind die Norddeutschen des Südens.

Kiezschreiber: War of the Words

Ein klitzekleines Pseudoskandälchen geisterte die Tage durch die sozialen Medien (Wenn Sie unnütze Zeit im Überfluss haben, dann folgen Sie doch einfach Netz10 auf Twitter). CIS-Männer haben nämlich rosa Handschuhe erfunden, zum „hygienischen Entsorgen von Tampons und Binden“. Ungefragt. Nachdem das Produkt in irgendeiner TV-Show präsentiert wurde…

ist das Produkt nun (…) in aller Munde

nordbayern.de: Nach „Höhle der Löwen“: Social Media-Shitstorm wegen „Pinky Gloves“

Nein, hoffentlich nicht! Mensch, Nordbayern… Wie geschmacklos ist das?

Ich war noch nie im Prenzlauer Berg, aber ich stelle es mir schlimm vor. Das berichten mir für gewöhnlich gut unterrichtete Quellen (Quelle: Internet). Diese Jugend von heute ist wohl gerade im Prenzelberg auch nicht mehr (was sie nie war). Was man an den Einzugspartys merkt..:

Die Party war Punkt 23 Uhr zu Ende. Dann war Prenzlauer Berg-Stille. Was für ein Lappen. Ich habe mit morgens um 6 gerechnet. Plus drei Mal die Bullen.

Der Maschinist, Hirnsudeleien

Tipp: Wenn man keinen Spaß haben will: Den kann man viel besser in der Szenestadt Nürnberg haben…

Wieder mal ein lesenswerter Artikel von ÖRF-Moderator Armin Wolf, der eine zunehmende Vermengung von PR und Journalismus beklagt: Neue Online-Medien, die sich als seriöse Nachrichtenportale präsentieren, aber letztlich Sprachrohr für irgendeinen politischen Kegelverein sind (die Tendenz gibt’s auch im Land der Lenker und Dichter):

Zwischen Journalismus und PR gibt es aber einen ganz zentralen Unterschied: Professionelle Journalist·innen recherchieren ergebnisoffen und berichten, was sie dabei herausfinden. Propaganda verkauft eine festgelegte Position. Die einen wollen aufklären, die anderen wollen überzeugen

Armin Wolf: Die neuen Partei-Organe

Was ist noch besser, als die Fußball-WM in Katar zu boykottieren? Nun, ich würde sagen: Ignorieren ist noch besser. Was eine schöne Theorie ist. Zum Eröffnungsspiel, aber spätestens, wenn das erste Schienbein mit 80 Dezibel hörbar zersplittert ist, werden Sie auch hier eine Anti-Kommerz-Tirade lesen müssen.

Was mir Hoffnung macht ist, dass es neben der FIFA auch so eine Art unabhängigen Weltfußballverband gibt. Wusste ich auch nicht. Hier kicken z.B. Abchasien, Padanien oder Vanuatudie Chance für Deutschland nach der Jogi-geht-voran-Merkel-folgt-Pleite einen Neuanfang zu wagen!

Gespielt wird auf Bezirkssportanlagen, die Übernachtungen werden normalerweise in Jugendherbergen oder ähnlich günstigen Unterkünften organisiert. Dennoch können sich manche Teams noch nicht einmal die Anreise zu den Turnieren leisten.

TAZ: Turnier der unbekannten Länder

Ich jedenfalls sammle schon fleißig Sanifair-Bons für Manuel Neuer. In diesen schwierigen Zeiten ist Solidarität gefragt.

Deutschland gendert sich durch die Pandemie. Deutschland, einig, Glottischlag. Doch wenn schon Sprachgerechtigkeit, dann bitte auch für Tiere. PETA hat festgestellt, dass unsere Sprache von tierdiskriminierender Sprache durchsetzt ist. Speziesismus nennt man das:

(…) wer das System der Tierausbeutung – auch sprachlich – nicht mehr unterstützen möchte, der weiß oft nicht, was man stattdessen sagen könnte. Daher hier unsere Top 10 der tierfeindlichen Redensarten – und mögliche tierfreundliche Alternativen.

PETA: Speziesismus in Redewendungen – 10 tierfreundliche Alternativen

Wie realitätsnah sind solche Alternativen? Statt „Mit jemandem ein Hühnchen rupfen“ zu sagen „Ich glaube, mit dem muss ich mal spazieren gehen“ kriege ich hin. Oder „Mit dem muss ich mal Weinblätter rollen gehen“ (hä?). Null Problemo. Aber „Krokodilstränen vergießen“ mit „speziezistische Tränen vergießen“ zu ersetzen, geht mir zu weit. Ich kann doch nicht jeder Redewendung eine Powerpointpräsentation zur Erklärung folgen lassen. Was erlaube?

Zum Schluss noch ein paar historische Ostergrüße. Mit ein paar wunderschönen Postkarten von vor ca. 100 Jahren.

Und nun zurück ins Bett.

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