Ich habe mein Konto bei Twitter gelöscht.
Das hatte ich einst eingerichtet, zunächst mal aus reinem Interesse (Verpasse ich etwa etwas, das andere als 4. Kulturtechnik preisen?). Und auch um den einen oder anderen Artikel zu promoten.
Doch ganz warm bin ich mit dem flüchtigen Fiep-Service nie geworden. Ich vermute mal, man muss da schon auch ein bisschen Zeit reinstecken (und das regelmäßig), um das Netzwerk aufzubauen und bei Laune zu halten. Auf meiner Prioritätenliste stand dies nie im oberen Drittel.
Trotz meiner spärlichen Anzahl von Tweets konnte ich eine bescheidene Anzahl von “Folgern” versammeln. Auch wenn jeder zweite in irgendeiner Form so ein SEO- oder Datenfuzzi für soziale Medien war.
Natürlich hatte ich mein Passwort für Twitter nicht mehr (verschwunden in einer Gwibber-Konfiguration eines längst de-installierten Systems) und der Versuch,es via twitter.com zurückzusetzen scheiterte. Ich hatte vergessen, dass ich Twitter das Setzen eines Cookies verweigert hatte.
Nach etlichen Versuchen haben Sie mir die Funktion erst mal gesperrt, mit dem patronisierenden Hinweis, ich solle mich entspannen. So schnell bin ich dann eigentlich auch nicht reizbar, dass mich das unter Spannung setzen würde…

Am nächsten Tag, völlig entspannt, hat es jedenfalls geklappt. Passwort zurückgesetzt, Konto gelöscht. Schluss mit Twitter.
Ich vermute mal, dass Twitter sowieso seinen Scheitelpunkt erreicht hat und es ihm irgendwann wie Studi VZ oder MySpace gehen könnte.
Ach ja, und wie diese Tage im Netz mehrfach zu lesen ist, werden wohl bald gesponsorte Tweets unter die abonnierten gestreut. Trägt auch nicht gerade zum Wohlfühlfaktor bei.
Es poppen immer neue soziale Dienste auf. Vielleicht fragt man sich eines Tages kopfschüttelnd, wie so ein schnöder, rudimentärer Service wie Twitter mit seiner Unzahl an gehaltlosen Kurznachrichten einmal so ein durschlagender Erfolg hatte sein können. Twitter, der Commodore 64 unter den sozialen Netzwerken…
Lebe wohl, Twitter. Ich werde Dich nicht vermissen.