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Polit-Talk: Höchststrafe für Günther Jauch

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Die ARD setzt neuerdings verstärkt auf das Format “Polit-Talk”. Bei seiner Auftaktsendung gestern lieferte Tausendsassa Günther Jauch meiner Einschätzung nach eine ziemlich dürftige Vorstellung ab.

Nennt mich altmodisch, aber ein Polit-Talk definiert sich meiner Ansicht nach u.a. dadurch, dass die geladenen Gäste in irgendeiner Form einen fachlichen Wissens- bzw. Erfahrungsvorsprung haben und die Diskussion in irgendeiner Form kontrovers ist, damit der Zuschauer einen Erkenntnisgewinn machen kann.

Dieser Logik des Vorsprungs folgend waren manche Gäste vollkommen zurecht geladen, z.B. Peter Struck, damaliger Verteidigungsminister der Bundesrepublik, erfüllte dieses Kriterium, so wie auch die  “Dust Lady”, die als betroffene Zeitzeugin dem Inferno knapp entronnen war. Dann waren da die Mutter eines in Afghanistan getöteten deutschen Soldaten und der “Afghanistankenner” Jürgen Todenhöfer. So weit so gut.

Eine boulevardeske Note erhielt Jauchs Polit-Talk allerdings durch die anderen Gäste. So wie Elke Heidenreich, die uns erklärte, dass sie jahrelang immer im September in New York war, weil das vom Wetter so ein schöner Monat sei. Read more »

Eurovision Song Contest 2011: Warum Lena scheitern wird

Lena Meyer Landrut01cropped Eurovision Song Contest 2011: Warum Lena scheitern wird TV stefan raab song contest song raab österreich oslo musik meyer landrut lied lena hannover grand prix fernsehen eurovision europa düsseldorf Ich gebe zu, dass ich ein Fan von Lena Meyer-Landrut bin. Nach vielen Jahren hatte sie es erstmals geschafft, dass ich mich schon Tage vor dem Song Contest auf den Abend freute und mir diesen Termin sogar freihielt.

Lena war irgendwie anders, allein schon deshalb, weil sie nicht eines dieser zahllosen PR-kreierten Kunstprodukte war, das nach dem Passieren der branchenüblichen Machbarkeitsfilter nur noch wie ein austauschbarer, blutleerer Show-Klon wirkte. (Bildlizenz: CC Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 2.0 US-amerikanisch (nicht portiert) - von Daniel Kruczynski – für Details Bild anklicken)

Als ihr dauergrinsender Moneten-Mentor Stefan Raab dann ankündigte, Lena werde ihren “Titel verteidigen”, hielt ich dies für einen schlechten Scherz. Bisher schien doch immer zu gelten, dass der Gewinner sich würdevoll vom Songcontest zurückzieht, in der Gewissheit, dass das eigene Land diese Lebensleistung für alle Zeiten wertschätzt.

Nun haben wir den Salat. Lena darf uns nicht so in Erinnerung bleiben, wie wir das gerne hätten. Mit der allenfalls durchschnittlichen Gesangsnummer “Taken by a stranger” wird Lena eine Bauchlandung erleben. Seien wir ehrlich. Lena war letztes Jahr mit dem richtigen Lied zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Dieses Jahr werden wir froh sein, wenn uns Österreich einen Punkt gibt.

Stefan Raab 2 Eurovision Song Contest 2011: Warum Lena scheitern wird TV stefan raab song contest song raab österreich oslo musik meyer landrut lied lena hannover grand prix fernsehen eurovision europa düsseldorf Es ist doch schon mal ein Witz, dass Stefan Raab eigene Songs für Lena schreibt, die dann zur Auswahl stehen, während der Metzgersohn selbst in der Jury sitzt. Gut, der Song Contest war noch nie eine streng demokratische Angelegenheit. Aber wenn Lena wirklich das Zeug hat, den Contest erneut zu gewinnen, was spräche dann eigentlich dagegen, dass sie sich wie letztes Jahr dem Wettbewerb mit anderen Künstlern in der Vorauswahl stellt? Wo gibt es denn sowas, dass ein Titelverteidiger automatisch im Finale steht (im DFB-Pokal jedenfalls nicht)? (Bildlizenz: CC-Attribution-Share Alike 2.0 Generic von Daniel Kruczynski, für Details Bild anklicken).

Das dürftige Liedchen, mit dem Lena antreten wird, ist aber nur ein Grund für das vorprogrammierte Scheitern. Viele “Wähler” im europäischen Ausland werden sich am Abend des Grand Prix sicher genauso fragen, warum Lena erneut ins Rennen geschickt wird. Dieses rein psychologische Moment wird sicher viele davon abhalten, Lena zu wählen. Vermutlich wird der Grand Prix im Verständnis vieler Europäer so wahrgenommen, dass er nicht zwei Mal in Folge gewonnen werden sollte. Und von einer Deutschen schon gar nicht.

Als Lena-Fan hat man nur zwei Optionen: Am Abend des Song Contest mit guten Freunden in eine Kneipe gehen, in der es garantiert keinen Fernseher gibt. Oder mit schmerzverzerrtem Gesicht den schweren Gang durch das Tal der Tränen durchziehen, wie es sich für einen echten Fan gehört.

Lena! Wenn Du dies lesen solltest: Noch hast Du die Chance Dich zurückzuziehen. Vielleicht kannst Du ja so tun, als ob Du Dir ein Bein gebrochen hast. Oder dass Dir eine innere Stimme befohlen hat, dringend nach Feuerland zu reisen. Oder so. Lena, bitte!

[Update 4.3.11] Und wie ich soeben erfahre, bin ich mit meiner Einschätzung nicht ganz allein: Nur 2% der Deutschen trauen Lena laut dieser Umfrage die Titelverteidigung zu. 30 % befürworten die Titelverteidigung an sich. Und nur rund ein Drittel der Befragten findet den neuen Song “(eher) gut”[/Update]

Zigarettenwerbung mit Familie Feuerstein (Video)

Cartoons, in denen die Protagonisten Werbung für Zigaretten machen, wären heute nicht denkbar.

In den 60er Jahren war das noch anders. Ein Klassiker kommerzieller Werbung ist dieses Video der Famlilie Feuerstein (The Flintstones), in dem Fred und Barney dem Zuschauer kräftig was vorrauchen.

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Winston tastes good, like a cigarette should” singen die beiden unbekümmert in die Kamera, während die Frauen die Hausarbeit erledigen. Das Video steht unter der Lizenz “Public Domain” (zum Ansehen bitte auf das Bild klicken).

Weitere Informationen zum Video “Winston cigarette commecial – The Flintstones” auf der Seite archive.org

Randnotizen zur Berichterstattung in Ägypten

Nachdem ich in den letzten Tagen doch relativ intensiv die Berichterstattung von Phoenix, Al Jazeera, CNN & Co über Ägypten verfolgt habe, möchte ich dazu nun ein paar Randnotizen loswerden.

Während ein Sender wie Phoenix in eine andere Kategorie fällt, gleichen sich Sender wie Al Jazeera und CNN in der Form und der Gestalt ihrer Berichterstattung schon sehr. Inhaltlich ist das natürlich eine andere Geschichte…

Bei Al Jazeera gibt es viele westlich wirkende Moderatoren und Reporter, die genausogut im britischen ITV oder in einem US-Sender auftreten könnten und die wegen ihres britischen Akzentes wie frisch importiert wirken. Globale Medien, globale Moderatoren und ein einheitliches Format.

Wegen der schwierigen Lage für Journalisten gab es zeitweise auf parallel laufenden Kanälen die selben Bilder zu sehen (im folgenden Fall stammt das Bild meines Wissens nach von Reuters). Hier ein Beispiel der Berichterstattung von Al Jazeera und Phoenix, das über weite Strecken das Programm von Al Arabyia übernahm und teilweise übersetzte (Bilder wurden zeitgleich mit Dualscreen aufgenommen):

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Auch bei CNN und Al Jazeera gab es manchmal sich ähnelnde Bilder zu sehen: Read more »

Die Unsitte des vorgezogenen Jahresrückblicks

Schon seit Wochen haben große Teile der (TV-)Medienlandschaft auf das noch nicht abgelaufene Jahr 2010 “zurückgeblickt”.  Was für eine Begriffsverwässerung! Kann man doch nur auf etwas zurückblicken, was hinter einem liegt.

Alles was dann in den letzten Wochen 2010 passiert, fällt einfach unter den Tisch. Denn nicht mal im Jahresrückblick 2011 wird dafür noch Platz sein – auch wenn es in sich logisch wäre. Den Jahresrückblick 2011 mit dem Dezember 2010 zu beginnen – das würde nicht mal der hirnloseste Idiot nachvollziehen.

Auf diese Art und Weise finden die letzten Wochen eines Jahres in vielen Jahresrückblicken nicht statt. Diese journalistische Nullleistung hätte nur dann eine Chance von der Bildfläche zu verschwinden, wenn einmal in den letzten Tagen eines Jahres ein absolutes Topereignis stattfinden würde.

Das wäre es doch mal: Während im Archiv das Band mit dem Jahresrückblick (voll mit chilenischen Kumpeln, Stuttgarter Baumbesetzungen und einer geballten Ladung Promisülze) bereits Staub ansetzt, hat sich die Topmeldung des Jahres bis zum 31.12. Zeit gelassen. (“Außerirdische landen in Fürth” oder “Japan nach Erdbeben im Meer versunken“).

Schade also, dass, sagen wir, Jesus auch heuer nicht in den letzten Minuten des Jahres zur Erde zurückkehren wird. Dann wäre wahrscheinlich Schluss mit der Unsitte des vorgezogenen Jahresrückblicks.

Miriam Stockl nutzt Thunderbird (oder: Über die Präsenz von Open Source in der deutschen Fernsehunterhaltung)

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Tratschmaul Miriam Stockl nutzt Thunderbird

In der deutschen Fernsehunterhaltung ist kein Platz für Wörter wie “Windows”, “Macintosh” oder “Linux”. Solche Begriffe sind wie binäre Coca-Cola-Dosen, die man nicht einfach so in die Kamera halten kann. Bei den Sendeanstalten gibt es offenbar eine Art digitales Neutralitätsgebot im Unterhaltungssektor. Tauchen Computer in der deutschen Fernsehunterhaltung auf, sind Betriebssystem und Software oft zur Unkenntlichkeit neutralisiert. Es gibt nur “Computer” und wer damit nicht klarkommt, der wendet sich besser an die Realität.  Die ist schließlich viel besser als ihr Ruf.

Am 21.12.2010 hat sich der Sender mit dem besten Mediathekangebot im deutschen Sprachraum eine seltene Blöße gegeben. In der Folge “Ruhe in Frieden” der ZDF-Serie “Die Rosenheim Cops” rätselt die Sekretärin der Kripo in Rosenheim, Miriam Stockl (“Herr Hofer, es gabert a Leich‘”), über den Inhalt von an die Dienststelle gesendete asiatische Mails. Und welches Email-Programm nutzt Stockl, das alte Tratschmaul? Den quelloffenen Mozilla Thunderbird natürlich! Mit einem messerscharfen Sinn für die Realität haben die Autoren dem neugierigen Luder sogar eine “30% off” Viagra-Email ins Postfach gelegt! Also wirklich, ZDF, hierfür meine aufrichtige Gratulation für eure (gebührenfinanzierte) Liebe zum Detail (Bild vergrößert sich beim Anklicken)!

Während in der Realität ein heftiger Verteilungskampf um die Vorherrschaft auf dem Markt für PCs, Software und Betriebssysteme herrscht und auch viele Nutzer das Für und Wider ihres Windows-, Apple- oder Linuxsystems diskutieren, findet dieser gesellschaftliche Diskurs in deutschen Filmen oder Serien hingegen quasi nicht statt. Ist doch auch logisch, Fernsehen ist schließlich realitätsfern.

Hat hier nur ein Praktikant geschludert? Oder hat die öffentlich-rechtliche Sendeanstalt ZDF etwa begonnen zu verstehen, dass quelloffene Software dem sozialen Gedanken des Gemeinwesens nähersteht, als kommerzielle Produkte dies jemals tun könnten? Wenn dem so ist, dann  immer nur weiter so, mein liebes Zweites Deutsches Fernsehen!

Welcher Nerd schreibt ein Werbeblocker-Skript für TV-Fußball?

Während noch vor einigen Jahren bei Fußballübtragungen im Fernsehen nur eine einzige Werbebande die Aufmerksamkeit des Zuschauers auf sich zu ziehen versuchte, ist der Anteil der Bandenwerbung inzwischen angestiegen. Bis zu drei (optisch) übereinanderliegende Banden, die teils animiert sind, buhlen darum, dem Fußballfreund ihre Botschaften nahezubringen. Höchste Zeit also, dass ein pfiffiger Open-Source-Nerd einen Werbeblocker für Bandenwerbung und anderes product placement entwickelt.

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Klar, dass die technische Umsetzung nicht ganz einfach sein dürfte. Derjenige Nerd, der ein Skript für DVB-T schreibt, welches Werbung erkennt, filtert, ersetzt, konvertiert und in einen werbefreien Stream umwandelt, dem gebe ich ein Bier aus. Versprochen! Eine Zeitverzögerung von bis zu 5 Sekunden bei der Übertragung nehme ich gerne in Kauf.


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Briefe an die Leser (1): Flattr

Liebe Leser,

120px Wordpress logo Briefe an die Leser (1): Flattr wordpress TV taz linux flattr fernsehkritik tv blog das Design dieses Blogs hat sich vor ein paar Tagen grundlegend geändert. An dem alten WordPress-Theme mit dem knallbunten Banner hatte ich mich schon länger sattgesehen. Bei der Darstellung von Code kam es außerdem zu z.T. seltsamen Verzerrungen. Die vielen Distri-Symbole fand ich inzwischen unpassend, da ich auf dem Desktop sowieso fast nur Ubuntu nutze und der gesamte Blog stark an Ubuntu orientiert ist. Das neue Theme wirkt ein bisschen ruhiger und aufgeräumter und bietet mehr Platz.

flattr logo beta small Briefe an die Leser (1): Flattr wordpress TV taz linux flattr fernsehkritik tv blog Inzwischen habe ich mich auch bei Flattr registriert, da ich die Idee vom Grundsatz her gut finde, (meist) unkommerzielle Beiträge im Web unkompliziert eine kleine finanzielle Anerkennung zukommen zu lassen. Wer also selbst bei Flattr registriert ist und einen Artikel oder dieses Blog gut findet, kann mich künftig “flattern”. Ich gehe allerdings davon aus, dass sich flattr für mich zumindest finanziell nicht lohnt, sondern eher ein Draufzahlgeschäft bleibt. Schließlich muss, wer geflattert werden will, selbst ein Minimum von 2 Euro monatlich “verflattern” (und ich habe schon fleißig begonnen, nichtkommerzielle Seiten nach meinem Geschmack zu unterstützen). Ein beachtlicher Teil des Budgets vieler Flatterer bleibt an größeren Seiten wie TAZ oder Fernsehkritik-TV hängen. Für den gemeinen Nischen-Blogger bleibt da nicht viel übrig. Während ich also 2 Euro monatlich verflattere (was für ein Unwort!), rechne ich mit max. 50 Cent Einnahmen je Monat.

Viel Spaß beim Lesen des Blogs wünscht

LinuxNetzer

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