
Sobald im Zusammenhang mit dem Medienspektatkel Profifußball das Wort “Regeländerung” fällt, tönt es reflexartig und vielstimmig, man solle das Spiel doch so lassen, wie es ist und nicht kaputt machen.
Ich sehe das anders. Herzlich willkommen im 21. Jahrhundert! Hier sind die meiner Meinung nach 5 unnsinnigsten Regeln im Profifußball und wie sie geändert werden sollten:
“Ein Spiel dauert 90 Minuten”
Diese Regel stammt aus einer Zeit, in der Schiedsrichter ihre Uhren noch nicht anhalten konnten (wenn sie überhaupt eine hatten). Sie führt regelmäßig zur Unsitte der gezielten Spielverzögerung. Komisch, dass sich in den letzten Minuten eines Spiels immer nur Spieler der führenden Mannschaft vor Schmerzen auf dem Boden krümmen. Schon Kinder lernen dadurch, dass es sich lohnt, ein Betrüger zu sein. Deshalb muss diese Regel abgeschafft werden und die absolute Spielzeit eingeführt werden.
Tatsachenentscheidung
Um die Fehlbarkeit des menschliche Schiedsrichters zu rechtfertigen, wurde im vor-vorletzten Jahrhundert das Argument der “Tatsachenentscheidung” zusammengezimmert. Anstelle einer Lochkamera haben wir heute mit hochauflösender Videotechnik die Möglichkeit, krasse Fehlentscheidungen zu überprüfen und zu revidieren. Im Eishockey ist dies schon länger problemlos umgesetzt. Weder kommt es hier zu einem inflationären Einsatz, noch wird dadurch das Spiel “kaputt gemacht”. Was den Fußball nämlich viel eher kaputt macht, sind “Tatsachenentscheidungen” wie z.B. zu dem unrühmlichen Handspiel Tierry Henrys, mit dem sich Frankreich in der Qualifikation zum Nachteil von Irland zur WM 2010 gemogelt hatte.
Abseits
Diese Regel ist nicht nur eine andauernde Quelle von Fehlentscheidungen. Sie macht oft auch keinen Sinn, z.B. wenn nach einer kurzen Ecke der ausführende Spieler den Ball zurückbekommt und im Abseits steht, weil er nach der Logik dieser unsinnigen Regel dem Tor näher ist, als der letzte Verteidiger. Die Regel macht nur dann Sinn, um zu verhindern, dass ein abgestellter Stürmer einfach vor dem Tor herumlungert und damit einen Abwehrspieler bindet. Abhilfe: Ist ein Spieler innerhalb der letzten 16 Meter vor dem Tor im Ballbesitz, kann sein Pass nicht mehr als Abseits gewertet werden.
Einwurf
Fußball wird, so wie der Name schon sagt, mit dem Fuß gespielt. Bei genauerer Betrachtung gibt es (abgesehen vom Gewohnheitsfaktor) keinen vernünftigen Grund, warum der Ball mit der Hand ins Spiel gebracht werden dürfte. Der Einwurf sollte abgeschafft werden und durch den “Einschuss” ersetzt werden, was für zusätzliche Standardsituationen und Torraumszenen sorgen dürfte.
Gelbe und Rote Karten
Spieler, die in der 89. Minute durch ein taktisches Foul den Ausgleich verhindern, erhalten die gelbe oder rote Karte. Wer sich einen regelwidrigen Vorteil verschafft muss aber auch so bestraft werden, dass der Nachteil unmittelbar für ihn selbst spürbar ist bzw. in einen Vorteil für den Benachteiligten mündet. Was nutzt es der benachteiligten Mannschaft, wenn am nächsten Spieltag der Gegner des Betrügers den Nutzen daraus zieht, weil der Betrüger wegen der xten gelben Karte gesperrt ist? Neben der Bestrafung durch Karten ist es deshalb höchste Zeit, dass die Zeitstrafe in den Profifußball eingeführt wird.