Leseempfehlung: Bengalische Feuer und die Rolle der Medien
Leseempfehlung: Bengalische Feuer und die Rolle der Medien
Unter der Überschrift “Ein Jubiläum zum Vergessen” berichtete die Süddeutsche Zeitung heute, dass der beste Fußballverein aller Zeiten sein 1000. Bundesligaspiel mit 1:0 gegen Hertha BSC Berlin gewonnen habe.
Für uns Clubberer ist das natürlich ein Grund zur Freude. Noch mehr jubiliert hätten wir allerdings, wenn uns die Süddeutsche wenigstens das richtige Ergebnis mitgeteilt hätte. Das Spiel endete nämlich nicht 1:0, sondern 2:0.
Bayern-Legende Karl-Heinz Rummenigge war in den Jahren 1982/83 nicht nur aktiver Fußballer. Als Finanzberater für “persönliche Altersvorsorge” warb er für eine dynamische Immobilenrente.
Dies offenbart eine Eintrittskarte vom Dezember 1982. An prominenter Stelle der Tickets für Spiele des FC Bayern bot der begnadete Dribbler Rummenigge (Bildlizenz: CC BY-SA 3.0 von Michael Lucan – Bildquelle) seine Dienste als Finanzberater an :
“Karl-Heinz Rummenigge: Jetzt auch Ihr Berater für die inflationssicheren Immobilienfonds der KAPITAL & WERT aus Mainz.”
Das folgende Bild zeigt ein Ticket vom 11. Dezember 1982 vom Spiel FC Bayern gegen den 1.FC Nürnberg, auf dem Rummenigge eine “dynamische Immobilienrente” bewirbt.
Die leiderprobten Club-Fans sind ein geduldiges Volk und gehören zu den treuesten Fans in der Bundesliga. Am Samstag wurde diese Treue auf eine harte Probe gestellt.
Man steht zu seinem Club, in guten wie in schlechten Zeiten. Und wer nicht hüpft, der ist ein Fürther… Dass es mal höhnischen Applaus für den Glubb gibt, erlebt man selten. Der Samstag gegen Hoffenheim war so ein Tag. Der Club hat eine Vorstellung abgeliefert, die beängstigend war. Ein Einblick in die fränkische Fußballseele.
Bekannt ist ja, dass Dr.(?) Silvana Koch-Mehrin (FDP) als Vollmitglied des Petitionsausschusses im Europäischen Parlament in den letzten beiden Jahren bei keiner einzigen Sitzung anwesend war (ARD-Video Panorama). Quote: 0%.
Und der bayerische Landtagsabgeordnete und Gesundheitsminister Dr. Markus Söder (CSU)? In einer nicht ganz unwichtigen Funktion in einem Nebenjob schaffte er es immerhin auf 18%Anwesenheit.
(12.1.2011) Gestern hatte ich noch die Befürchtung geäußert, dass die “Generation YouTube” Einzug in die großen Online-Redaktionen hält und zwei verkorkste Schlagzeilen präsentiert. Vielleicht liegt es ja nur daran, dass ich nun mit geschärftem Blick surfe. Denn prompt bin ich heute schon wieder fündig geworden:
Wie jeder weiß, ist der 1. FC Nürnberg der beste Fußballverein aller Zeiten, hat die besten Fans in der Milchstraße und wird nur wegen einer Verkettung unglücklicher Umstände nicht jedes Jahr Meister und Pokalsieger. Doch dies könnte sich ändern, denn der Club hat offenbar einen Neuzugang zu vermelden. Er steht sogar schon auf dem Platz und heißt “Entscheidend”. Wie anders könnte man sonst die folgende Schlagzeile interpretieren:

Den Vornamen des Herrn Entscheidend werden wir nie erfahren. Denn wahrscheinlich war gemeint, dass es entscheidend sei, was auf dem Platz passiert. Oder dass die Entscheidung auf dem Platz fällt. Oder liegt. Oder so ähnlich.
Dass man beim Spiegel weiß, dass man “Deutschland” nicht mit “ö” schreibt, davon gehe ich mal feste aus. Insofern will ich mal nicht so sein. Diese Schlagzeile geht deshalb als gewolltes Stilmittel durch:
Auf den Tastaturen der Osnabrücker Nachrichten sind offenbar die Gedankenstrich-Tasten defekt und funktionieren nur manchmal. Um einen Gedankenstrich vor den belgischen König zu setzen, reichte es in der Meldung des Tages nicht. Für flämische Nationalisten schon:
Auch am Friedensprozess will sich die Bindestrichtaste nicht beteiligen und will sich nicht als linguistischer Blauhelm zwischen Frieden und Streit stellen:
Wer also noch ‘ne alte Tastatur im Keller hat, die er nicht mehr braucht: Nix wie ab zum Postamt damit!