2017 wird auch nicht besser

Viele glauben, 2016 war ein schreckliches Jahr. Doch 2017 wird wahrscheinlich auch nicht besser.

Den ersten Ausblick auf 2017 gibt uns die GEZ-Tagesschau. Sie teilt mit:

alle freuen sich tagesschau silvester 2017 2016 2017 bringt uns also einen zusätzlichen Feiertag. Und darüber freuen sich alle, so die kramphaft konsensbemühte Tagesschau.

Alle freuen sich. Außer natürlich Säuglinge, Rentner, Arbeitslose, Asylsuchende, Knackis, Pflegefälle, Bettler und Obdachlose. Denen dürfte es ziemlich egal sein, ob es einen zusätzlichen Feiertag gibt.

Was uns 2017 also mit ziemlicher Sicherheit bleiben wird, ist ein gehäuft auftretender Käseglockenjournalismus, der sein alternativloses Selbstverständnis anderen überstülpt (und es selbst nicht merkt). Yeah, alle freuen sich. Mit dem ersten sieht man’s besser.
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Ein Trend, den ich zum Jahresende bemerkt habe. Zu sagen, OK, 2016 war schlecht. Aber vielleicht wird ja alles 2017 besser:

cicero silvester 2017 2016 Freilich kann man so einen lobenswerten und sprühenden Optimismus begrüßen. Oder man fragt sich, ob das nicht ein bisschen so ist, als würde man sagen:

Alle Lemminge herhören! Weiterlaufen und positiv bleiben! Vielleicht füllt sich die Grube vor Euch ja von alleine auf!

Was uns also auch 2017 bleibt, ist das mediale Weiter so!

Hej, wir haben zwar ein paar kleine Fehler gemacht. Aber wir haben daraus gelernt. Aber im Grunde ist alles OK. Und jetzt weiter so.

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Auch wenn manche das Wort nicht mehr hören können. 2016 darf in meinen Augen ein postfaktisches Jahr genannt werden. So schlecht ist das Wort nicht. 2016 postfaktisch – ziemlich frei von Argumenten, Sachlichkeit und inhaltlichem Austausch.

Jahrelang haben sich die Filterblasen vermehrt und vergrößert. Jetzt stellt sich heraus, dass der Platz begrenzt ist und die Blasen beginnen sich undurchlässig aneinander zu reiben.

Was uns 2017 erhalten bleiben wird, ist also die aggressive Polarisierung der Gesellschaft. Sie war zwar schon vor 2016 da. Doch jetzt, wo der argumentative Raum zu eng wird, tritt sie noch sichtbarer zu Tage.

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Was uns 2017 auch erhalten bleiben wird, ist die zunehmende Vermengung von Satire und Realität (oder allgemein: die zunehmende Verwischung von Werten und Grenzen). Doch der Drang zum Ausdruck bleibt. Und so entstehen Ausdrucksformen, die irgendwo zwischen den verschwimmenden Grenzen ihre Zuflucht suchen. Ob’s dann ernst gemeint ist oder Satire ist, weiß dann keiner mehr so Recht. Wahrscheinlich wissen es viele Urheber auch selber nicht:

Gott bewahre Europa!

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Und was bleibt uns 2017 sonst noch so erhalten (bzw. verschlimmert sich sogar?):

Autoabgase, beschissene Radwege, Umverteilung, Laubbläser, Banken-“Rettungen”, batteriebetriebene Pfefferstreuer Kriege und alternativlose Koalitionen. Um nur ein paar Beispiele zu nennen.

radweg lkw gefahr nuernberg 300x207 silvester 2017 2016 _____________________________________________________________

Ich weiß, das ist jetzt vielleicht nicht eine der beliebtesten Aussagen. Aber ich sehe jetzt nicht wirklich zwingende Gründe, warum 2017 (gesamtgesellschaftlich gesehen) ein besseres Jahr werden sollte als 2016. Manche scheinen ja der Meinung zu sein, dass 2016 nur so eine Art Ausrutscher war:

twitter 2017 1 silvester 2017 2016 Ich befürchte, 2017 macht einfach nahtlos dort weiter, wo 2016 aufgehört hat.

silvester generic cartoon 218x300 silvester 2017 2016 Dei postfaktischen positiven Wohlfühlgrüße zum neuen Jahr folgen dann in den nächsten Tagen.