Ohne Thüringen wäre Fürth verloren

“Das Beste an Fürth – das ist der Zug zurück nach Nürnberg.”

So lautet ein Nürnberger Frotzelspruch gegenüber den Fürthern. Im Mittelalter haben wir nämlich unseren ganzen Dreck in die Bengerz neig’schmissn. Und ein paar Kilometer westlich kam diese unkalkulierbare Brühe dann in Fürth an.

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Die Fürther sind deshalb heute noch auf uns sauer. Weil sie jahrhundertelang zur falschen Zeit am falschen Ort gelebt haben. Und weil sie in der Tabelle immer hinter dem Club stehen, natürlich auch.

Dabei ist Fürth ein wunderbares Städtchen, mit viel Natur. Und Bewohnern, die eine gute Spur sanftmütiger sind als wir hier in Nämberch.

Fürth ist freundlich, entspannt und sehr überschaubar. Der perfekte Kompromiss zwischen Großstadt und Dorf.

Im Fürther Wiesengrund, da radelt der Oberbürgermeister Jung herum. Die letzte Hoffnung der SPD. Und der OB sagt freundlich zu jedem “Grüß Gott!” (ist mir passiert!). Kurzum: Ich mag Fürth. Ich bin für Freie Fahrt für Radler zwischen Nürnberg und Fürth. Und ich würde auch noch ein drittes Mal nach Fürth ziehen, um einen weiteren Lebensabschnitt dort zu verbringen. Echt jetzt. Fürth rules.

Und in Fürth haben sie das Fürthermare. Ein richtig geiles Wellness, -Fitness-, und Ganzkörperwassersprudelmassagewohlfühlsaunabad. Ach was heißt hier “Bad”. Eine ganze Entspannungs-Landschaft auf mehreren Ebenen ist das.

So was kann Nürnberg nicht. Dafür sind wir hier zu hektisch. Zu grobschlächtig.

Im Fürthermare kann man in einer echten mineralhaltigen Thermalquelle aus Fürth baden. Glauben jedenfalls die Besucher. Die Wahrheit ist freilich, dass sie in Fürth seit Jahren ein Bohrlochproblem haben.

Egal in welchem Bogen sie welches Loch bohren, irgendwie ist das Loch verstopft. Oder der Beton bröckelt. Oder Material dringt ein. Oder sonst irgendwas ist. Jedenfalls haut es mit dem orichinool Fürther Thermalwasser nicht so ganz hin.

Trotzdem sind die Becken im Fürthermare ständig mit mineralhaltigem Thermalwasser befüllt. Hä, wieso? Wo kommt denn das edle Wässerchen her, wenn’s in Fürth selbst nicht so richtig sprudeln will? Nun, ganz einfach:

Es wird seit 2014 mit zwei Tanklastern pro Woche 180 Kilometer weit aus dem Thüringer Wald herbeigeschafft.

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Grüße aus dem Thüringer Wald

Anders gesagt: Pro Jahr fahren Tanklaster mit Thermalwasser zwischen Fürth und Thüringen eine Strecke, die ca. einmal um die Erde geht, damit es in Fürth immer schön Thermalwasser gibt. Für ein natürliches Badeerlebnis. Und ins Fürthermare fahren wir natürlich mit dem Auto.

Das Beste an Fürth – das ist, dass Du Dir den Weg nach Thüringen sparst (auweia, das gibt Ärger!).

Wandern im Thüringer Wald: Auf dem Rennsteig zum Schneekopf (12 Fotos)