Ein Parkplatz für 20 Euro die Stunde

So toll ist Nürnberg dann doch nicht immer. Außer man ist Autofahrer. Denn Nürnberg ist ein Paradies für Autofahrer.

Als Fußgänger und Radfahrer hingegen bekommt man hier seine ungewollte Lektion über Darwinismus ab. Der Stärkere setzt sich durch. Und das ist nun mal das Auto.

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An manchen Stellen werden Nürnbergs Fußgänger durch Autos unerträglich marginalisiert.

Fußwege, Radwege, Einfahrten – alles potenzielle Parkplätze. Und die Obrigkeit schaut zu. Die ganze Infrastruktur ist nur für halb so viele Autos angelegt. Deshalb parken alle kreuz und quer, bis der letzte Quadratmeter öffentlicher Raum aufgebraucht ist. Was ein Problem ist. Das weiß auch die Stadt. Und hat die Parkgebühren für Kurzzeitparkplätze drastisch angehoben. Von Einsfuffzich die Stunde auf Zwofuffzich.

Jo geil, denkt man da. Dann ist wahrscheinlich in der Folge die Zahl der Autos im Zentrum zurückgegangen. Aber nee. Das Rathaus teilt mit:

Befürchtungen, dass die zum 1. Januar 2016 erfolgte Erhöhung der Parkgebühren zu einem Rückgang der Besucherfrequenz führen könnte, haben sich nicht bestätigt. Bei mehreren Stichproben in der Altstadt wurde festgestellt, dass die Kurzzeitparkplätze ebenso gut ausgelastet sind wie vor der Umstellung.

Zunächst mal: Was heißt hier eigentlich Befürchtungen? Will die Stadt eigentlich nur mehr Kohle abkassieren oder wirklich weniger Autos im Stadtgebiet? Na, falls letzteres der Fall ist, vielleicht hülfe ja dieses Konzept (hab ich jetzt hülfe gesagt?):

Ab sofort werden die Parkgebühren von 2,50 auf 3,50 angehoben. Und wenn das nichts hilft dann auf 5 Euro. Und dann auf 10, auf 20. Und immer so weiter. Bis nur noch halb so viele Autos in der Stadt unterwegs sind.

nürnberg 1 300x79 Ich plädiere für eine knallharte Obergrenze. Basierend auf den Autozahlen von 1976. Ach so. Und jeder, der 10.101 Euro an Parkgebühren gezahlt hat, bekommt von der Stadt ein Radl geschenkt. Aber ohne Akku…