Lustige Geschichten von der Globalisierung (2)

Im Nürnberger Strafjustizzentrum liegt der Geruch von Schwarzarbeit in der Luft. Und das nicht, weil es im Justizpalast ein kleines Prozesschen um Fränzchen Meiers Putzperle gibt.

Nein, am Strafjustizzentrum selbst wird gerade gebaut und 22 Arbeiter beklagen nun, monatelang keinen Lohn erhalten zu haben.

Für den Rohbau hat das Staatliche Bauamt den Auftrag an ein Unternehmen aus Ingolstadt vergeben. Nun gut, mag sich da der Bürger in seiner präglobalisierten Naivität denken. Dann fragen wir doch mal bei den Ingolstädtern nach, was da los ist. Doch auf die Nachfrage folgt eine überraschende Antwort:

Die Ingolstädter Firma hat einen Sub-Unternehmer aus München beauftragt, der wiederum einen Sub-Sub-Unternehmer aus Bukarest eingeschaltet hat.

(Quelle: Printausgabe der Nürnberger Nachrichten, 24.2.2016, S. 13)

Doch das ist nicht alles. Denn die Ingolstädter haben den Sub-Unternehmen nämlich längst gekündigt, weil sie einen schlechten Job gemacht haben. Die Ingolstädter wollen Schwarzarbeit durch die Rumänen nun nicht ausschließen. Andererseits …

gebe es keine Beweise, dass die Arbeiter ihr Geld nicht bekommen haben.

Im Nürnberger Justizzentrum wird inzwischen gelassen weiter geurteilt. Über Sträucher, die über die falschen Zäune wachsen, über Schwarzfahrer und über Leute, die am falschen Ort einen haben fahren lassen.

Wenn die 22 Rumänen, die vorgeblich von einem Sub-Sub-Unternehmer betrogen wurden, vor Gericht ziehen wollen, müssen sie das wahrscheinlich vor dem Europäischen Sub-Unternehmer-Gerichtshof tun.

Und der hat seinen Sitz garantiert am Nordkap. Oder so. Suboptimal, irgendwie.