Wenn Merkel Hunger hat, dann isst sie was

Irgendwann werden sie auch beim Spiegel versuchen, die Bezahlschranke hochzuziehen. Dann wird das Gejammer wohl groß sein. Also, beim Spiegel. Denn wer will schon Kohle auf den Tisch legen, wenn er dafür Artikel wie diesen erwirbt:

Merkel nutzte Tagungspause für Snack an Frittenbude

merkel fritten spiegel merkel medien Unsere Rauten-Angie – ein Mensch wie Du und ich!

Und damit wir auch gar nicht erst im Ansatz vermuten, dass sich in diesem menschelnden Stück Meinungsmache irgendein handfester politischer Inhalt versteckt, sagt uns der Autor gleich nochmal, worum es in diesem Artikel geht, nämlich…

um die Kartoffenstreifen

Dass der Korrekturleser mal eben pinkeln war, wird weiter unten noch mal deutlich. [Update: Fehler im Artikel inzwischen korrigiert]

So, jetzt noch schnell einen Tweet von ITV zitieren, das spart eigene Arbeit und kommt gut an bei diesen, äh, wie heißen die nochmal…, ah… jungen Menschen. Die stürzen sich doch auf alles, sobald Twitter oder Whatsapp draufsteht.

Anweisung von ganz oben. Immer das Ohr am Fuß der Jugend haben. Oder so.

Nun menschelt es munter weiter, denn der Autor lässt uns wissen, dass Merkel während des EU-Gipfels…

sich bestenfalls mal ein kleines Brötchen genehmigen konnte.

Bestenfalls. Wenn überhaupt. Ein Brötchen. Und dann nur ein kleines! Da war wahrscheinlich noch nicht mal Butter drauf.

So geht das nicht. Wir pumpen Milliarden in die EU. Und zum Dank lassen die unsere Kanzlerin auf einer furztrockenen Mini-Semmel rumknuspern!

Nun noch schnell eine Rechtfertigung für diese luftleere Nullnummer zusammengebastelt:

Es ist nicht das erste Mal, das Merkel mit gastronomischen Ausflügen für kleine Schlagzeilen sorgt

(Den Unterschied zwischen „das“ und „dass“ muss man heute offenbar nicht mehr kennen, um Autor beim Spiegel werden zu können. [Update: Fehler im Artikel inzwischen korrigiert])

Erst also eine vollkommen sinnlose und überflüssige Story produzieren. Und dann noch nicht mal die Verantwortung dafür übernehmen wollen.

Die Merkel hat nämlich für die Schlagzeile „gesorgt“. Womit sich der Autor elegant ins Passiv stellt und davonschleicht. Wahrscheinlich zum Korrekturleser, der auf dem Balkon steht und eine raucht. Oder pinkelt. Oder beides.

Dieser volljournalistische Schlagzeilen-Stunt, der geht nämlich auf Merkels Kappe! Die hat dafür gesorgt!

Diese journalistische Technik kennen wir ja bereits zuhauf. Es gibt sie in den verschiedensten Spielarten, z.B. so:

Erst fordern die Medien unisono irgend einen geistigen Dünnpfiff. Und dann stellen sie sich hin und sagen: Die Forderungen nach diesem geistigen Dünnpfiff werden immer lauter! Warum handelt denn keiner? Ja, warum wohl?

In diesem Artikel erfahren wir also: Wie Sie und ich, so muss auch Merkel – und das wird jetzt für viele eine Überraschung sein – mal was essen.

Das ist der Inhalt dieses Artikels: Wenn Merkel Hunger hat, dann isst sie was.

Nein! Doch! Ooooh!

Comments

Comments are closed