Videobearbeitung mit Kdenlive

Für meinen Kurzfilm Never go to Nuremberg stand ich nach dem Dreh erst mal vor der spannenden Frage, mit welcher Software ich den Film schneiden soll.

Vor 2006, also noch zu meinen Windows-Zeiten, hatte ich eigentlich recht viel Videoschnitt gemacht. „Freie“ Programme für Windows waren zwar recht grundlegend, liefen aber doch meistens stabil.

Nach meinem Umstieg auf GNU/Linux war das Interesse an Videoschnitt dann etwas abgeflaut. Und das hatte sicher auch damit zu tun, dass Videoeditoren für Ubuntu & Co damals noch nicht so ganz zufriedenstellend funktionierten. Denn Videobearbeitung ist eine komplexe Angelegenheit und eine Software dafür zu entwickeln, gehört sicher zu den schwierigeren Aufgaben, die sich für eine ehrenamtliche Open-Source-Community stellen.

Ich kann mich noch gut erinnern, dass regelmäßige Abstürze des Programms gang und gäbe waren (leider kann ich jetzt nicht mehr sagen, was ich damals benutzte). Die Auswahl an Videoeditoren war auch bei weitem nicht so groß wie heute.

Nachdem ich also nach rund 10 Jahren Videoschnittabstinenz ein Programm für Linux suchte, bin ich nach einigen Kurztests am Ende bei Kdenlive hängengeblieben.

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Freilich gibt es z.B. mit Cinelerra weit stärkere Alternativen. Doch Kdenlive schien mir der richtige Kompromiss zu sein, der mir zufriedenstellend viele Features bietet, ohne sich lang in das Programm einarbeiten zu müssen.

Kdenlive ist ein Editor, der das Arbeiten mit mehreren Spuren erlaubt, mit dem man vielfältige Effekte für Audio und Video anwenden kann, der einiges an Übergängen bietet und der mit den verschiedensten Formaten klarkommt. Eigentlich also alles bietet, was man für einen grundlegenden Schnitt benötigt, ohne sich zu sehr zu verkünsteln.

Gearbeitet habe ich mit der Version 15.12.0. Die hat leider unter meinen Bedingungen auch nicht so glatt funktioniert, wie man sich das vorstellt. Immer mal wieder kam es zu Abstürzen, auch wenn der Arbeitsspeicher noch lange nicht ausgelastet war. V.a. beim Erstellen von Titeln so schien es mir, hat das Programm bei mir Stabilitätsprobleme.

Zum Glück hat Kdenlive eine Autosave-Funktion, so dass nach einem Absturz i.d.R. alle Veränderungen wieder hergestellt werden können. Aber das Gelbe vom Ei ist das eben nicht.

Auch die strenge Bindung an alle möglichen KDE-Abhängigkeiten finde ich optisch und funktional suboptimal. Inzwischen ist bereits eine neue (Wartungs-)Version 15.12.1 erschienen, die verspricht, den einen oder anderen Fehler auszubügeln.

Unter dem Strich habe ich die Nutzung von Kdenlive gerade so als befriedigend empfunden. Macht seinen Job gut, stürzt aber manchmal ab und ist nicht immer intuitiv zu handhaben.