Wie uns Werbung subtil manipuliert

Werbung manipuliert uns – das ahnt jeder irgendwie. Dabei gehen wir meist davon aus, dass wir durch das, was gesagt wird, beeinflusst werden. Dabei sind es oft die Dinge, die nicht gesagt werden, die großen Einfluss auf uns nehmen.

In Verräterisches Schweigen hat das Magazin Katapult dieses subtile, aber effiziente Methode mit einigen Beispielen schön zusammengefasst. Das Problem des bei der Mehrheit vorausgesetzten Nichtgesagten ist seine normalisierende Wirkung:

Das Problematische an der Werbung liegt darin, dass sie auf eine ganz implizite Weise Lebenseinstellungen, Verhaltensweisen, Ideale und gesellschaftliche Erwartungen prägt, die durchaus fragwürdig sein können. Indem die Werbung diese Überzeugungen nicht benennt, sondern voraussetzt, ist sie eine mächtige Akteurin im gesellschaftlichen Diskurs um das Richtige und Gute. Das nicht Gesagte hat die stärkste normalisierende Kraft.

Und ja. Wir konsumieren viel Werbung.

Dabei ist der Themenkomplex, wie Werbung wirkt, warum sie gemacht wird und welche Methoden dabei angewandt werden, in den Medien so gut wie nicht präsent. Eines der größten schwarzen Löcher in unserer Informationsgesellschaft, das in den Leitmedien faktisch nicht stattfindet.

Und das ist kein Wunder.

Denn neben ihrer kognitiven Wirkkraft besitzt Werbung natürlich auch noch den ökonomischen Hebel, der ebenso ziemlich subtil funktionieren dürfte – eine (vermutlich) unausgesprochene, aber trotzdem präsente Forderung an das Medium, dass eine negative Berichterstattung zur Folge haben könnte, dass ein zahlender Werbekunde sein “Engagement” am Ende zurückziehen könnte.