Der Radweg als Parkplatz

Gerade im Nürnberger Zentrum sind Parkplätze rar gesäht. Jetzt, wo die Zahl der Kfz in Nürnberg innerhalb eines Jahres um 9,2% angestiegen ist, [UPDATE: es waren nur 1,3% – vgl. Info im Link]dürfte sich die Situation nicht gerade entspannen.

Das Verkehrsaufkommen durch Kfz ist zwar gleichgeblieben. Doch irgendwo müssen die 9,2%  1,3% mehr ja rumstehen. Gut, viele Kfz werden wahrscheinlich auf Firmengeländen oder Privatparkplätzen geparkt. Andere parken in Wohngegenden, einige wenige mehr sicher auch im Zentrum.

Auch schon vor einem Jahr war die Innenstadt schon ziemlich zugeparkt. Einer der Klassiker für zugeparkte Radwege ist die Königstraße in Nürnberg (Foto am Montag aufgenommen):

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Für den Radfahrer ist diese Strecke zu Stoßzeiten ein regelrechter Spießrutenlauf.

In den letzten Jahren hat sich die Situation für Radfahrer (nicht nur in Nürnberg) auch noch aus einem anderen Grund verschärft. Weil immer mehr Menschen den Weg auf die reale Straße zum Händler um die Ecke scheuen, um irgendeinen Tinnef einzukaufen, sondern lieber im Internet bestellen,sind auf dem Radweg parkende Lieferfahrzeuge der Paketdienstleister in den Städten zum gewohnten Bild geworden.

Auch LKW suchen in Städten, die für sie immer enger werden, oft verzweifelt nach einer Abstellmöglichkeit (Bild aus Radweg? LKW-Parkplatz!):

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Die Obrigkeit lässt die Falschparker meist unbehelligt. Das mag an Personalmangel und Überlastung liegen – ein Teil ist aber sicher mangelnder politischer Wille. Tja, Radfahrer haben keine Lobby, Autofahrer schon.

Während in anderen Bereichen eine Politik von Null Toleranz gefahren wird, kommen solche Falschparker wie im Bild oben  i.d.R. ungeschoren davon.

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In deutschen Städten gibt es inzwischen viel zu viele Autos, die die Lebensqualität der Bewohner stark beeinträchtigen. Wenn in Nürnberg das Ziel einer fahrradfreundlichen Stadt erreicht werden soll, ist der Rückgang des motorisierten Verkehrs eine unabdingbare Voraussetzung dafür.