Nürnberg, eine “fahrradfreundliche” Stadt? (ein Bericht des Schreckens mit 20 Bildern)

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Ist das ein Witz? Als erste Stadt in Bayern darf sich Nürnberg mit dem Segen des Bayerischen Innenministeriums ganz offiziell als fahrradfreundliche Stadt bezeichnen.

Grundlage dieser Entscheidung war Medienberichten zufolge eine “Testtour”, bei der eine Kommission der Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundliche Kommunen in Bayern am 8. April durch Nürnberg geradelt war.

Eine Reportage mit 20 Fotos, die die Gefahren des Radfahrens in Nürnberg belegt.

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Augen zu und durch – eingequetscht zwischen fahrenden Autos und parkenden Autos rechts (Lärm und Gestank inklusive) – wie hier am Trafowerk Nähe Rangierbahnhof sehen nicht wenige Radwege in Nürnberg, der “fahrradfreundlichen Stadt” aus.

Als Radfahrer, der jedes Jahr locker ca. 2000 Kilometer auf Nürnbergs Straßen radelt, kann ich über diese Auszeichnung jedoch nur lachen und als absurdes Hirngespinst bezeichnen. Glauben Sie nicht? Dann steigen Sie bitte auf und folgen mir auf einer Horror-Tour auf 2 Rädern. Vom Nürnberger Nordostbahnhof über den Ring bis hin zur Gartenstadt (und zurück) – Lebensgefahr eingeschlossen!

Das Leben ist kein Wunschkonzert. Doch skizzieren wir mal spaßeshalber, wie man sich als Radfahrer in seinen Träumen die ideale Streckenführung vorstellt: Auf einem eigens dafür angelegten, breiten Weg durch die Natur, mit frischer Luft, begleitet von Vögelgezwitscher, so dass man entspannt bequem zu zweit nebeneinander fahren kann, und sich dabei unterhalten kann. Wie hier auf dem Fahrradweg “Liebliches Taubertal“.

Genau dieses Bild vom Radeln will uns die Stadt Nürnberg verkaufen. Offenbar noch ganz besoffen von der plumpen Schmeichelei dieser absurden Auszeichnung gibt sie gerne Geld aus, um uns diese Werbung präsentieren zu können:

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“Nürnberg steigt auf” – Mit dem Business-Tower im Hintergrund radelt ein gebügelter Anzug auf genau den einzigen 500 Metern im Nürnberger Zentrum, wo das Radeln tatsächlich großen Spaß macht – am Wöhrder See.

Mit der Realität des Radfahrens in Nürnberg hat dies freilich so viel zu tun, wie ein Zoogehege mit einem noch unentdeckten Stück Dschungel am Amazonas. Es gibt übrigens ausreichend Straßen in Nürnberg zu bewundern, wo bei der Berücksichtigung von Radwegen der Planungsbeamte wohl gerade pinkeln war. Sprich: Wo es gar keinen Radweg gibt und dem Radler nur das unkalkulierbare “Wagnis Straße” bleibt.

Klar gibt es in Nürnberg auch Radwege, die räumlich von der Straße getrennt sind. Oft beschränkt sich ein Radweg jedoch darauf, sich über ein Paar weißer Linien zu definieren, die man halt mal so von der Straße abgeknapst hat:

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In Bayerns erster “fahrradfreundlicher Stadt” Nürnberg dürfen telefonierende, radiohörende oder Burger-mampfende Autofahrer schon mal einen durch aufgemalte Linien getarnten “Radweg” beim Abbiegen überqueren. Humanoide Kollateralschäden sind dabei nicht ausgeschlossen.

Zwischen Rangierbahnhof und Frankenstraße ist so ein “aufgemalter” Pseudo-Radweg. Wegen einer Baustelle endet der Radweg derzeit direkt in einem Bauzaun. Für den Radfahrer beendet ein blaues Schild “Radweg – Ende” die Diskussion, ob Verkehrswege in Nürnberg Radfahrer (ohne Knautschzone) oder Autofahrer (mit Knautschzone, Airbag und Radio Gong 97,1) priorisieren. Für Zäune und Schilder hat es gereicht – den Radfahrern mit einer gelb markierten Zone die Vorfahrt zu gewähren, dafür nicht:

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Radweg in Bayerns erster “fahrradfreundlicher Stadt”- das Ende ist nah!

Keine 100 Meter weiter wartet das nächste Hindernis. Radwege freihalten? Ist was für Warmduscher und Beckenrandschwimmer. Hier wird hart gearbeitet. Darwin hätte seine Freude daran. Nur Loser fahren Fahrrad:

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Ein verkehrspolitischer Darwinist parkt auf einem als aufgemalter Linie getarnten “Radweg” in Bayerns erster “fahrradfreundlicher Stadt”. Hier sind richtige Männer bei der Arbeit. Radfahrer sollen gefälligst einen Bogen drum machen. Hosen runter – Radvergleich!

In Bayern gilt der Spruch: Auf hoher See und vor Gericht ist man in Gottes Hand. Eigentlich müsste man hinzufügen, dass dies auch für Nürnberger “Radwege” gilt. Wer sich regelmäßig flatulenten Primaten auf vier Rädern ausgesetzt sieht, die Burger-mampfend, telefonierend oder am Radio rumdrehend scheinbar planlos am Lenkrad drehen, der wäre machmal besser bedient, wenn er seine Existenz vor Gottes Angesicht einsam auf einer Walnussschale inmitten des Atlantiks fristen dürfte.

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Endlich mal 10 Sekunden Ruhe: Ein Radfahrer auf dem separierten Radweg im Tunnel gegenüber des Nürnberger Business-Towers.

Nur zur Erinnerung: Nürnberg ist also Bayerns erste “fahrradfreundliche Stadt” weil eine angereiste Kommission einen (kompletten!!!!!) Tag durch Nürnberg test-getourt ist. Das ist ungefähr so, als ob man dem Gesundheitssystem ein positives Zeugnis ausstellen würde, nur weil man mal am Mittwoch vormittag ein Wartezimmer irgendeines Doktors in Großhabersdorf besucht hat.

Freilich ist nicht alles in Nürnberg schlecht, wenn es um Radwege geht. Meine selektive Auswahl fußt auf meiner frustrierenden jahrzehntelangen Erfahrung (und wahrscheinlich auch der bittere Unterton, der manchmal durchbricht). Aber es gibt auch positive Beispiele: Kurz vor der Frankenstraße sehen wir hier einen Radweg, wie man ihn sich (unter den gegebenen  Umständen) wünscht: Räumlich durch einen Bordstein von der Straße getrennt – so geht fahrradfreundlich!

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Nürnberg Frankenstraße – na also, es geht doch: Ein durch den Bordstein abgetrennter Radweg, bei dem dem Autofahrer das Lenkrad vibriert, wenn er mit dem Handy telefonierend in Richtung Radweg gerät.

Man sollte fairerweise hinzufügen, dass es solche abgetrennten Radwege in Nürnberg auch an vielen anderen Stellen gib (wenn es überhaupt einen Radweg gibt), z.B. rund um das Gebiet Hafen/Eibach (aber nicht nur da). Die ausgewählte Teststrecke entspricht aber meiner realen Situation und ich befahre sie (aus Gründen) regelmäßig. Als Radfahrer muss man auf dieser Strecke eigentlich viel zu oft das Tempo drosseln – weil man nie ausschließen kann, dass ein Charivari-Trottel auf vier Rädern am Radio dreht, wenn er rechts abbiegt. Oder dass irgendeine N1-Schnepfe gedankenlos die Autotür öffnet, obwohl sie eh schon einen Fußbreit mitten im Radweg parkt:

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In Bayerns “fahrradfreundlicher Stadt” Nürnberg ist man als Radfahrer immer gut beraten, davon auszugehen, dass Autofahrer(innen) der größtmöglichen Dummheit anheimfallen. Von unvorhersehbarem Ausscheren des LKW und/oder abruptem Öffnen der Fahrertür des auf dem mit auf gemalten Linien getarnten “Radweges” geparkten Automobils ist in dieser Situation besser auszugehen. Besser ist das für die eigene Gesundheit.

Nur ein paar hundert Meter weiter lauert die nächste Chance, posthum einen Kranz mit der Aufschrift “Wir werden Dich vermissen” zu empfangen. Wie hätten Sie’s denn gerne? Plattgequetscht von einem LKW oder frontal mit der Fresse in eine spontan geöffnete Fahrertür gedonnert?

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“Bitte 2 Meter Rangierabstand halten” – mit besten Grüßen aus Nürnberg – Bayerns erster “fahrradfreundlicher Stadt”

Nun kommt meine absolute Lieblingsstelle: Am Nürnberger Ring, vom Business-Tower kommend, an der Kreuzung zur Sulzbacher Straße (Bild weiter unten). Die hier abgebildete Situation verdient v.a. im Berufsverkehr das Prädikat Horror. Jede angereiste Kommission, die sich anmaßt, irgendein verkehrspolitisches Urteil über diese, meine Stadt Nürnberg zu fällen, sollte mal im Feierabendverkehr hier durchradeln (good luck!). Wer an dieser Stelle nicht die Straßenverkehrsordnung vorsätzlich missachtet und als Radfahrer lieber auf dem Gehsteig fährt, der hat in meinen Augen einen (wie wir in Nürnberg sagen) Badscher. (hochdeutsch in etwa: irreparablen Gehirnschaden).

Nur wer einen Todeswunsch hat, ein Faible für Russisch Roulette, oder wer plant, über seine Unfallversicherung ein schwerbehindertes Leben als Unfall-Rentner zu führen, der wirft seine jämmerliche Existenz in das Feierabendchaos von Autofahrern, die scheinbar nach Belieben den mit aufgezeichneten Linien sog. “Radweg” randomisiert hin und her überqueren.

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Lotterie des Lebens – wer keinen Todeswunsch hat und als Radfahrer noch alle Murmeln beisammen hat, der benutzt an der Kreuzung Nürnberger Ring/Sulzbacher Straße besser den Gehsteig – oder schiebt.

[UPDATE 6.9.2013: So sieht es hier im Feierabendverkehr aus:]

radweg 44 741x492 werbung Verkehrsunfall verkehr unfall straße Reportage Rangierbahnhof Radweg rad politik Parken nuernberg Nordostbahnhof krankenhaus horror Gefahren Gartenstadt Frankenstraße foto Finkenbrunn fahrrad business bayern Na, Lust bekommen? [/UPDATE]

Wer den Verkehr “fahrradfreundlich” gestalten will, der muss dafür sorgen, dass Radfahrer eine eigene Spur haben. Nicht nur räumlich seperat, besser auch baulich getrennt (z.B. durch ein erhöhtes Hindernis wie einen Bordstein, der beide Spuren klar trennt). Wer als Radfahrer auf so einem “aufgemalten” Pseudoradweg fährt, hat immer ein ungutes Gefühl. Es ist wie im Lotto, nur andersherum. Immer fährt die Angst mit, dass der Tag kommt, wo man auf so einem Pseudoradweg von einem abgelenkten Autofahrer mit 60 Sachen bis zur nächsten Norma geschleudert wird, weil der Fahrer gerade eine SMS schreibt, besoffen oder zugekifft ist, sich gerade eine Zigarette anzündet oder einen Hustenanfall bekommen hat:

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Wer viel mit dem Rad in Nürnberg unterwegs ist, für den wird Gesundheit schnell zu einer Frage der Statistik. Die Angst fährt immer mit, dass Dich der 10.000ste Autofahrer von hinten mit Karacho aufgabelt.

Noch so eine Stelle (Kreuzung Ring/Bayreuther Straße), wo autofahrende Rechtsabbieger den Radweg kreuzen. Dem Radfahrer, in dessen Rücken diese Entscheidung des Autofahrers gefällt wird, bleibt nur eins: Vertrauen zu haben.

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Alles schon mehrmals erlebt: An dieser Stelle biegen manche Autofahrer im letzten Moment dann eben doch noch nach rechts ab.

Auch so ein Klassiker auf den durch ein bisschen Aufmalung als “Radweg” deklarierten Streifens ist die permanent mitfahrende Angst vor dem Phänomen der urplötzlich geöffneten Fahrertür  (Ooch, Entschuldigung, ich habe Sie nicht gesehen...). Während andere Kollisionen einfach mit einem “simplen” Sturz enden können, bei dem man sich beim Schlittern eben “nur” die Haut auf der Fläche eines Tischtennisschlägers wegrasiert, ist der Aufprall auf die geöffnete Tür etwas, was man auch seinem größten Feind nicht wünscht. Die spontan gezogene Option, schnell noch nach links auszuweichen, kann wegen des rasenden Verkehrs zu einer ebenso unschönen Begegnung mit Blech enden:

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Eingeengte Fahrrinne auf dem Nürnberger Ring: Geht die Fahrertür auf oder nicht?

Auf der gegenüberliegenden Seite (Nordring Nürnberg) gibt es außerdem noch ein besonderes Schmankerl zu betrachten. Hier soll man als Radfahrer allen Ernstes den Pseudo-Radweg in Höhe der Bushaltestelle verlassen, um für die nächsten 20 Meter auf dem Gehsteig zu fahren (Pseudoradweg, Level 2). Ja genau, an den wartenden Leuten vorbei und durch die wartenden Leute durch, die auf den Bus warten! Wie man auf dem Bild sieht, ist der Pseudo-Pseudo-Radweg auf den knappen 20 Metern auch noch zugeparkt. Man kann es dem Auto noch nicht mal verübeln. Um hier einen Radweg zu erkennen, braucht man schon ein gutes Stück Fantasie.

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Einfach mal so mündet dieser “Radweg” in Nürnberg, der “fahrradfreundlichen Stadt” direkt in die Wartezone der Bushaltestelle. Könnte sich kein Satiriker besser ausdenken.

Überhaupt scheint der aufgepinselte “Radweg” für viele Autofahrer nicht mehr als Empfehlungscharakter zu haben. Eine Empfehlung, der nur so lange Folge zu leisten ist, bis sie der eigenen Bequemlichkeit im Weg steht. Wie im Bild unten (aussteigende Familie) sehe ich oft auch Autofahrer, die auf dem Radweg stehen, um zu telefonieren. Telefon schellt, auf dem Radweg anhalten und munter drauflosplaudern.

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Warum hinter der nächsten Kurve aussteigen, wenn doch so ein schöner Parkstreifen da ist, der fälschlicherweise als “Radweg” ausgezeichnet wurde?

Zurück zum Trafowerk Nähe Rangierbahnhof. Wie hier, so droht Radfahrern immer große Gefahr, wenn Autos von Tankstellen, Supermärkten, Werkseinfahrten usw. über den Radweg in die Straße einbiegen müssen. Viele Autofahrer haben Radfahrer einfach nicht auf ihrer geistigen Landkarte. Da gibt es Autofahrer, die ohne zu schauen, den Radweg als Einbiege-Pufferzone in den Straßenverkehr betrachten. Wie gesagt: Der “aufgepinselte” Radweg ist für so manchen Autofahrer eine Art falsch ausgezeichneter Standstreifen.

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Merkregeln für so manche Autofahrer:
1. Auf den “Radweg” einbiegen
2. Erst dann schauen, ob ein Radfahrer kommt
3. Hupen, mit geballter Faust fluchen, das Radio lauter drehen

Aus der beleibten Serie “Radwege, die plötzlich im Nichts enden“, sehen wir hier ein besonders schönes Beispiel in Nürnberg Finkenbrunn. Dazu muss man wissen, dass dies eine der wenigen Stellen ist, wo der Radfahrer (vom Berg kommend) theoretisch ein hübsches Tempo draufhaben könnte. Der Bus zeigt sehr schön die natürliche Fahrlinie. Die nutzt auch jeder Radfahrer, wenn er sich vergewissert hat, dass weit und breit kein Auto ist. Kommt aber selten vor. Bei dem (üblichen Verkehr) ist der Radfahrer meist gezwungen, hier abzubremsen, wenn er seine siebe Murmeln noch beisammen hat und sich nicht zwischen Brücke und Verkehr zu Human-Mus quetschen lassen will.

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Zum Abschluss noch ein Foto aus dem letzten Winter, um zu demonstrieren, wie die Kräfteverhältnisse im Nürnberger Straßenverkehr verteilt sind. Obwohl der Schnee auf den Straßen längst verschwunden ist, blockiert noch ein einsames Häuflein Schnee schon seit Tagen den Radweg (Nähe Fernmeldeturm). So ist das in Nürnberg. Straßen müssen schnell freigemacht werden. Ab auf den Radweg damit. Radfahrer haben eben keine Lobby.

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Wen interessieren schon Radfahrer im Winter?

Statt den Autoverkehr zurückzudrängen und richtige Radwege zu bauen, die auch räumlich von den Straßen getrennt sind, werden lieber hübsche Plakate mit Businessradlern gepostet, die uns suggerieren sollen, wie toll das Radfahren in Nürnberg doch ist. Und weil Nürnberg mit Norisbike jetzt ein Fahrradleihsystem hat und weil mal eine “Expertengruppe” mal kurz in Nürnberg um drei Ecken geradelt ist, darf sich Nürnberg nun “fahrradfreundliche Stadt” nennen. Was für ein Witz.

Oh, übrigens: Als Radfahrer bekommt man an Nürnberger Tankstellen nachts keinen Alkohol. Als Autofahrer schon. Nürnberg, die “fahrradfreundliche Stadt” lässt grüßen.

Fakt ist: Radfahren in Nürnberg ist kein Spaß. Es ist eine todernste Sache und es ist alles andere als “fahrradfreundlich”. Radfahren in Nürnberg erfordert volle Konzentration. Immer muss man davon ausgehen, dass ein abgelenkter Autofahrer sich um einen Knick im Lebenslauf bemüht. Wäre ich nicht immer davon ausgegangen, dass hinter dem Lenkrad ein Mensch sitzt, der sich nicht an die Verkehrsregeln hält, hätte ich schon längst etliche Krankenhausaufenthalte hinter mir.

Nürnberg – eine fahrradfreundliche Stadt? Jemand, der viel auf dem Rad in Nürnberg unterwegs ist, kann niemals zu diesem Schluss kommen. Solche Entscheidungen werden am Schreibtisch getroffen (oder zumindest angestoßen).

 

Foto0005 631x600 werbung Verkehrsunfall verkehr unfall straße Reportage Rangierbahnhof Radweg rad politik Parken nuernberg Nordostbahnhof krankenhaus horror Gefahren Gartenstadt Frankenstraße foto Finkenbrunn fahrrad business bayern P.S. Die meisten Bilder (mit Ausnahme der letzten beiden) entstanden vor ca. einer Woche auf einer Fahrt vom Nordostbahnhof über den Ring zur Frankenstraße bis nach Finkenbrunn (und zurück).

Zum Thema: Wenn mal die Radfahrer die Oberhand haben und wenn dann bis zu hunderte geschlossen durch Nürnberg radeln, dann ist Critical Mass in Nürnberg. Dann kann das Radeln in Nürnberg mal für zwei Stunden so aussehen:

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Comments

  1. Hi,

    Deinem Bericht kann ich nur voll und ganz zustimmen. Auch ich war/bin fast immer mit dem Rad unterwegs. Nuernberg als fahrradfreundlich zu bezeichnen ist genauso vermessen, wie Putin als “lupenreinen Demokraten”. Leider wird in Nbg. oder auch anderen Staedten bzw. Ortschaften/Doerfern
    sehr viel in den automobilen Verkehr investiert – der Radler muss halt sehen wie er voran kommt.
    Bei all diesen teilweise hirnrissigen Verkehrsplanungen frage ich mich oft, was diese “Verkehrsplaner” eigentlich beruflich machen. Das Wichtigste, wenn man in einer “fahrradfreundlichen Stadt” wie Nuernberg radfahren will, ist ein Helm, evtl. noch ein Satz Protektoren, und vieeeel Mut. Das Wort “Angst” sollte man waerenddessen besser einigermassen ausblenden.

    In diesem Sinne – Angenehmes radeln in der “fahrradfreundlichen” Stadt.

    Ride on

    sudo-1

    1. Leider wird in Nbg. oder auch anderen Staedten bzw. Ortschaften/Doerfern sehr viel in den automobilen Verkehr investiert – der Radler muss halt sehen wie er voran kommt.

      oH JA, ich denke das gilt eigentlich für alle Städte. Nürnberg ist eine AUTOFREUNDLICHE Stadt. Punkt.
      Fahrradfreundlich? Das ist eine Augenwischerei und PR.

      Ja schon, Nürnberg bemüht sich, was zu ändern, aber das ist am Ende nur marginal. Wer zur “fahrradfreundlichen” Stadt werden will, der muss den überbordenden motorisierten Individualverkehr eindämmen. Das freilich ist Politik, die auf Bundesebene entschieden wird.

      Solange sich da nix tut, sind die Versuche der Stadt, kleine Schritte in die richtige Richtung zu gehen, Symptomdoktorei.

      Dann sollte man aber auch die Eier haben, solche lächerlichen Auszeichnungen abzulehnen.

  2. Ich stimme Dir im Großen und Ganzen zu! Als Fahrradfahrer lebt man in Nürnberg besonders gefährlich. Ich bin vor ca. einem Jahr aus einer “mittleren” Stadt (ca. 80.000 E.) nach Nürnberg gezogen. Seitdem wage ich mich nur noch mit Helm auf die Straße und habe in dem einem Jahr soviele Beinahe-Unfälle gehabt wie vorher in ca. 5 Jahren.

    Das mit den baulich abgetrennten Fahrradwegen sehe ich allerdings anders. Einen Fahrradweg auf oder neben einen Fußweg zu bauen, schafft viele Probleme. Fußgänger beachten die Fahrradwege trotz deutlicher Markierungen oft nicht, vorallem, wenn Gruppen gehen. Fußgänger sind es auch nicht gewohnt, “Spur zu halten” oder Schulterblicke zu machen. Damit sind sie unberechenbar, man kann guten Gewissens nicht schneller als 20 km/h fahren auf diesen Wegen, was mit persönlich deutlich zu langsam ist (Eine Katastrophe sind z.B. die “Radwege” auf der Fürther Straße).
    Ein weiterer Vorteil der Fahrradstreifen besteht darin, dass man für abbiegende Fahrzeuge besser sichtbar ist, als wenn man irgendwo “im Bereich des Gehwegs”, womöglich noch hinter parkenden Fahrzeugen, unterwegs ist.
    Zuguterletzt vereinfacht es für den Fahrradfahrer auch das Linksabbiegen, da man nicht erst gefährlich eine Stufe vom Radweg auf die Straße herunterfahren muss.

    Ich sehe es im Ergebnis so:

    * wenig befahrene Straßen, zB 30 Zonen in Wohngebieten -> Fahrrad fährt auf der Straße, das seitliche Parken sollte zumindest in engen Straßen verboten sein, denn Straßen sind zum befahren da und nicht zum Abstellen nicht benutzter Fahrzeuge, wer keinen eigenen Stellplatz hat, muss einen anmieten beim Nachbarn oder Auto verkaufen und ÖPNV benutzen)

    * befahrene Straßen -> markierter Fahrradstreifen auf der Fahrbahn, bei engen Straßen zumindest Schutzstreifen (Vorteile gegenüber “Radweg neben Fußweg” s.o.).

    * sehr stark befahrene Straße, insbesondere auch außerorts (z.B. Bundesstraßen) -> baulich getrennter Fahrradweg neben der Fahrbahn, wenn nennenswert Fußgänger unterwegs sind, baulich abgetrennt vom Fußweg. Innerorts sollte immer in jede Richtung ein eigener Fahrradweg bestehen, außerorts genügt in der Regel einer für beide Richtungen

    Sofortmaßnahmen, die sich in wenigen Wochen umsetzten lassen:

    – häufigere Kontrolle und Ahndung von Parkverstößen aller Art (das sollte sogar einigermaßen kostenneutral sein, ich sehe allein morgens auf 4 km auf dem Weg zu Arbeit etwa zwischen 3 und 10 Falschparker, nachmittags sind es weniger, viele davon stellen eine Gefahr oder Behinderung für Fußgänger, Fahrradfahrer, aber auch den Autoverkehr da, z.B. Parken in zweiter Reihe, auf dem Rad- oder Gehweg, in Kreuzungen usw. Ein derartiges laissez-faire gegenüber Parkverstößen wie in Nürnberg habe ich noch nirgendwo in Deutschland gesehen).

    – verstärkte Kontrolle von Radfahrern, die z.B. entgegen der erlaubten Fahrtrichtung auf einem Radweg fahren (auch Radfahrer behindern teilweise Radfahrer), im Sommer bieten sich polizeiliche Fahrradstreifen an, wie in anderen Großstädten üblich).

    – mehr Fahrradabstellplätze in der Innenstadt (auch in Fußgängerzonen, denn auch ein geschobenes Fahrrad muss irgendwo abgestellt werden)

  3. Danke für Deine ausführliche Einschätzung. Kurz und knapp ein paar Bemerkungen dazu:
    Der Radweg Fürther Straße ist wohl einer (sagen wir mal) spannendsten Herausforderungen für Radfahrer. Hier gilt die “Immer-davon-ausgehen-dass……..-Regel”.

    Unter “räumlicher Trennung” läuft so ein Radweg bei mir aber nicht. Letztlich handelt es sich hier imho um die Varainte, wo sich Fußgänger und Radler ein Areal teilen (ja klar, der Radweg ist gelabelt). Da ist keine Borsdsteinkante, Beete oder so dazwischen. Und deshalb ist auf diesem geteilten Areal immer davon auszugehen, dass sowohl Radler als auch Fußgänger sich auf die “falsche Hälfte” bewegen.

    Zum Thema Parkverstoß. Auch wenn jetzt die sich eh schon so gegängelt und gemelkt fühlenden Motor-Individualisten jetzt vielleicht aufjaulen: Parkverstöße auf dem Radweg zählen mit zu den unangenhmesten Dingen für Radfahrer. Manche (Hauptverkehrs)strecken werden da zum Hindernisrennen.

  4. Ich muss auch sagen, als ich die Bilder gesehen habe, ihr habt es gut.

    Ein Radweg auf der Strasse, auch wenn er “nur” durch eine weisse Linie gekennzeichnet ist, ist eine gute Sache. Hier in Mainz gibt es diese Form der Radwege eher selten. Bis vor wenigen Jahren war das auch ok, aber seit ca. 2 Jahren hat die Radfahrerdichte enorm zu genommen, was nun dazu führt, dass der Verkehr auf dem Bürgersteig sehr gefährlich geworden ist. Das Problem sind:

    * Fußgänger
    * Radfahrer die entgegen kommen
    * Autofahrer die unaufmerksam sind, weil sie nicht mit schnellen Verkehrteilnehmern auf dem Fußgängerweg rechnen.

    Zusätzlich nerven noch schleichende Radfahrergruppen, die nebeneinander fahren oder bauliche Schwierigkeiten. Wir haben hier einen Weg, der unter einer Überführung um Säulen herumgeführt ist, so dass du nicht den entgegenkommenden Radverkehr siehst.

    Meine Erfahrung ist, Radwege gehören auf die Strasse!
    Auch wenn es im ersten Moment gefährlicher aussieht, ist die Aufmerksamkeit dir gegenüber höher.

    Die Beste Lösung sind natürlich völlig getrennte Wege, aber das dürfte in den meisten Innenstände eher eine Utopie sein. Aber zumindest hin und wieder gibt es auch Fahrradstrassen, z.b. in Freiburg, aber auch Mainz möchte demnächst eine einführen, wo Radfahrer Vorfahrt haben und die Strasse so gebaut ist, dass Autofahrer dich nicht überholen können und dürfen.

    Trotz allem, zeigen aber eine Reihe deiner Aufnahmen typische Situationen, die auch in anderen Städten viel zu häufig sind. Baustellen, Bushaltestellen und parkende Autos auf Radwegen gehen gar nicht.

    Ich empfehle http://duckduckgo.com/?q=critical+mass 🙂

    1. Dass es in Mainz noch schlechter ist, dazu fällt mir in Bezug auf Nürnberg nur ein:
      Unter den Blinden ist der Einäugige König.
      Ich finde, es ist hier immer noch eine Katastrophe.
      [EDIT:] Im übrigen ist es keineswegs so, dass wir solche Radwege durchgehend hätten. Oft gibt es keine Radwege.
      [/EDIT]
      Auf Critical Mass in Nürnberg war ich Ende August das erste Mal:
      http://netz10.de/2013/09/01/critical-mass/
      Ich habe mal am Ende einen Link auf den Artikel zu Critical Mass in Nürnberg (mit Fotos) eingebaut.

  5. toller Artikel der mal die Wirklichkeit auf Nürnbergs Straßen zeigt!

    Leider werden ihn wohl hauptsächlich betroffene lesen und nich die Verursacher der Probleme. 🙁

  6. Bezüglich der teilweise absurden, fast immer komplett regel- und vernuftwidrigen “Radwege” in Nürnberg sehe ich mittlerweile nur noch eine Chance:
    Die seit bald 18 Jahren bestehende und 2010 durch ein Grundsatzutreil verfestigte Vorgabe, Radwege nur in absoluten Außnamhefällen als beutzungspflichtig auszuschildern einzufordern.
    Durch Anfragen an das Verkerhsplanungsamt:

    http://www.nuernberg.de/internet/verkehrsplanung/ansprechpartner.html

    Und wenn das nichts hilft, den Rechtsweg. Eine Quelle für das Wie findet sich auf den ausführlichen Seiten
    von bernd Sluka:

    http://bernd.sluka.de//Radfahren/Novelle/

    Radwege werden nicht für Fahrradfahrer gebaut, sondern für Autofahrer.
    Ein guter Radweg braucht keine Benutzungspflicht.
    Gute Radwege baut die Stadt aber erst dann, wenn Sie sie uns Radler nicht einfach per Verfügung draufzwingen kann.
    Solange die blauen Schilder davor stehen, müssen wir jeden noch so aberwizigen Dreck befahren.
    Deswegen weg mit der benutzungspflicht!

    1. > wenn Sie sie uns Radler nicht einfach per Verfügung draufzwingen kann

      Das kann sie ohnehin nicht, dafür ist das Bußgeld zu gering und wird zu selten gefordert.
      Fahrt immer auf der Fahrbahn, dann sind Wegelchen jeder Art bald Geschichte. Den Anhängern des Glaubens vom guten Radweg sei diese Seite empfohlen.

  7. Ich habe festgestellt, wenn irgendwo eine Baustelle ist wird als erstes der Radweg blockiert, wenn man keine Maschinen oder Sandhaufen hat, dann stellt man zumindest die Verkehrszeichen mitten auf dem Radweg ab..Grundsätzlich sin Radwege dort, wo viel Platz und wenig Gefahr besteht.Wird es irgendwo eng ist als erstes der Radweg weg.In den Medien hört man immer nur von bösen und rücksichtslosen Radfahrern.Man sollte vielleicht einmal versuchen aufeinander zuzugehen.
    Es gäbe noch soviel zu sagen.Ich finde es unverabntwortlich Kindern auf den Radwegen eine Sicherheit vorzugaugeln,die lebensgefährlich sein kann vor allem auf Radwegen, die von einer Straße abgezwickt wurden und wo LKW’s im Abstand von 20 cm an dir vorbeirauschen und dich der Windsog auf die Straße zieht.Vieleicht sollten Leute die sowas planen erst einmal selber ausgiebig radfahren.
    Danke Rudi

  8. Nürnberg sollte sich ein Beispiel an Konstanz nehmen: Dort wird versucht, eine fast vollständige Verbindung von der Altstadt (am südlichen Stadtrand gelegen) bis möglichst nah an die Uni hin (Nordrand) zu setzen. Auf dieser Achse dürfen je nach Abschnitt entweder nur Radfahrer fahren, oder sie haben absolute Vorfahrt und die Autos fahren maximal 20-30km/h.

    Ich hätte gedacht, die Radfahrer hätten dank der Studenten an der FAU eine stärkere Lobby. Aber ich kenne den Unistandort Nürnberg auch nicht wirklich.

    Ich finde aber, es hat auch viel mit dem Fahrverhalten vor Ort zu tun. In der Schweiz drüben sind Fahrradwege sehr oft nur gelb markierte Streifen am Fahrrand, auch mal über 15km Landstraße. Die Autofahrer verhalten sich meiner Erfahrung nach jedoch vorbildlich gegenüber Radfahrern, die Radfahrer selber auch. In Konstanz klappt es auch wunderbar, in der Industriestadt Singen 30km weiter wird wiederum viel aggressiver gefahren, aber da sind irgendwelche getunten Golf GTIs und Imprezas auch der inoffizielle ÖPNV.

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