Die DFL und ihr seltsames Verständnis von “Einigkeit”

Wenn Institutionen über sich selbst berichten, besteht immer die Gefahr, dass ein Sachverhalt einseitig oder gar verzerrt dargestellt wird. Schönes Beispiel ist der heutige DFL-Beschluss eines “Sicherheitspapiers”, der auf der DFL-Hausseite bundesliga.de zu folgender Schlagzeile führte:

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“Mehrheit” heißt jetzt “Einigkeit”

Selbiges Papier war nämlich von vielen FußballFans z.T. stark kritisiert worden. Auch einige Vereine waren mit den geplanten Beschlüssen ganz und gar nicht einverstanden, so z.B. der FC St. Pauli, in dessen Ohren das Wort “Einigkeit” jetzt wie Hohn in den Ohren klingeln dürfte.

Bei der Abstimmung am 12.12.12 stimmten dann (laut ZDF,  (Der verlinkte Artikel http://www.heute.de/Klubs-geben-ihren-Segen-25742732,4672.html wurde inzwischen DEPUBLIZIERT – Was ist das?)) immerhin 5 von 36 Vereinen gegen das Papier. Von Einigkeit also keine Spur.

Folgende Synonyme können laut Duden für Einigkeit verwendet werden.

Brüderlichkeit, Einheit, Einhelligkeit, Einmütigkeit, Einstimmigkeit (…)

Wenn also 31 Vereine dafür und 5 dagegen sind, kann von Einigkeit oder “großer Geschlossenheit” (vgl. Duden: Geschlossenheit) also keine Rede sein.

Die DFL fabuliert also eine “Einigkeit” daher, die es so gar nicht gibt (nicht mal unter den Vereinen, von den Fans mal ganz abgesehen). Auch das ZDF übernimmt diesen seltsamen rhetorischen Widerspruch und behauptet, die Vereine “erzielten in allen 16 Punkten “mit großer Mehrheit” (31:5 Stimmen) Einigkeit.“. Nein, es ist eben NICHT Einigkeit…

Mehrheit ist keine Einigkeit. Einigkeit bedarf der Zustimmung aller Beteiligten. Sie heißt Einigkeit, weil alle einer Meinung sind. Mehrheit hingegen ist (mindestens) Zweiigkeit.

Der fragwürdige Griff der DFL in die rhetorische Kiste klingt so ganz nach Politiker-Deutsch und dem krampfhaften Versuch eine falsche Deutungshoheit zu manifestieren.

Darüber, DFL, bin ich mir mit mir voll und ganz einig…