Facebook vs. Diaspora (1)

diaspora logo werbung soziales netzwerk opensource open source nichtkommerziell netzwerk facebook diaspora dezentral datenschutz Seit einigen Monaten bin ich Mitglied beim dezentralen sozialen Netzwerk Diaspora.

Heute möchte ich Euch über meine Beweggründe informieren, Diaspora gegenüber Facebook den Vorzug zu geben. In Facebook vs. Diaspora (2) stelle ich Euch dann Diaspora ein wenig genauer vor, inklusive seiner Schwächen und Unzulänglichkeiten.

Steigen wir mal ganz am Anfang in die Thematik ein. Braucht es wirklich ein weiteres soziales Netzwerk, wenn es doch schon Facebook gibt? Denn Facebook hat Diaspora ganz sicher einiges an Funktionen voraus.

Nun, Funktionalität und Nutzerfreundlichkeit sind eben nicht alles und auf der anderen Seite ist Facebook natürlich ein kommerzieller Dienst, der die Daten seiner Nutzer möglichst in klingende Münze umwandeln will. Bei Facebook wird der Nutzer zur Ware. Das kommerzielle Interesse an dieser “Ware” und das Interesse des Nutzers am Schutz der Privatsphäre sind nun mal diametral entgegengesetzt. Entscheidungen fallen da im Zweifelsfall oft zuungunsten des Nutzers.

Facebook und die Frage des Datenschutzes

Die Datenschutzpolitik von Facebook ist berüchtigt und permanenter Kritik ausgesetzt. Es gibt noch viele andere Gründe, wegen derer man vielleicht nicht auf Facebook sein will. Klar gibt es auch Menschen, denen Werbung und Datenschutz angeblich egal sind. Letztlich laufen die Argumentationsstränge der Facebook-Kritiker meist dahingehend zusammen, dass Facebook ein zentrales Netzwerk ist; sprich: die Daten aller Nutzer werden von einer einzigen zentralen Instanz aus kommerziellen Motiven gespeichert.

Das soziale Netzwerk Diaspora ist hingegen völlig anders konzipiert. Es basiert auf Open-Source-Software und ein kommerzielles Interesse an der Datennutzung besteht nicht. Diaspora ist dezentral organisiert, d.h. die Daten der Nutzer sind auf vielen verschiedenen “Pods” zu Hause. Im Prinzip könnte jeder seinen eigenen “Pod” betreiben und alle Daten, die dann ausgetauscht würden, müssten über diesen Pod abgerufen werden.

Die dezentrale Struktur von Diaspora

In der Realität ist es aber meist so, dass man sich als Nutzer auf einem der vielen freien offenen Pods registriert, die meist von Privatleuten betrieben werden. Ich bin z.B. bei wk3.org registriert. Dieser Pod wird von Christophe, einem jungen Berliner betrieben.

Nun kann man natürlich einwenden, wo denn jetzt da der Unterschied sei, wenn jetzt auch irgendjemand anderes meine persönlichen Daten verwaltet. Im Prinzip ist das schon richtig und ich bin sowieso der Ansicht, dass richtig sensible Daten auf keinem sozialen Netzwerk etwas verloren haben.

Der wichtigste Unterschied ist eben, dass die Daten nicht von einem Konzern zentral gespeichert werden. Das ist nicht nur eine Frage des Vertrauens (denn ich vertraue einem jungen Berliner mehr als einem milliardenschweren Konzern, der nach einem Börsengang unter Zugzwang steht, meine Daten zu Kohle zu machen).

Datenschutz und Diaspora

Es ist auch eine schlichtweg praktische Frage. Daten, die dezentral auf etlichen kleineren Pods zu Hause sind, lassen sich viel, viel schwerer nutzbar machen. Im Prinzip müsste man all diese Daten in eine zentrale Datenbank zusammenführen, um sie bequem und effektiv nutzbar zu machen.

Vergleicht man die dahinterliegenden Strukturen von Facebook und Diaspora, dann fällt die Entscheidung für ein soziales Netzwerk (zumindest in der Theorie) leicht und die Wahl fällt (zumindest für mich) auf Diaspora, da es dezentral, quelloffen, nichtkommerziell und werbefrei ist und darüberhinaus auch noch beim Datenschutz Facebook um Meilen voraus ist.

Die Frage, die bleibt, ist natürlich: Kann Diaspora auch das leisten, was man evtl. von Facebook gewohnt ist? Und wenn nicht, welche Gründe sprächen dann trotzdem für Diaspora (oder auch nicht)? Diesen Fragen werde ich mich in einem zweiten Artikel zum Thema zuwenden, der irgendwann in den nächsten ein oder zwei Wochen erscheinen soll…

Netz10 auf Diaspora

Comments

  1. Habe ehrlich gesagt von dem Netzwerk Diaspora noch gar nichts gehört. Schaue ich mir aber auch gleich mal direkt an. Ich denke aber jetzt schon, dass ein soziales Netzwerk schon seine bestimmte Zeit braucht, um das Interesse von Nutzern zu wecken, die auch gewillt sind auf Dauer dieses zu nutzen.

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