GEZ: Die heile Welt der Tagesschau

zombie tv zdf TV tagesschau rundfunkgebühr online medien haushaltsabgabe gez fernsehen deutschlandradio Depublizierung ard Die am Tropf der Rundfunkgebühr hängende Tagesschau berichtet heute in ihrer Online-Ausgabe: „Rundfunkgebühr bleibt bis 2014 stabil„.

[UPDATE 30.1.2012: Der oben verlinkte Artikel der ARD wurde inzwischen per Gesetz depubliziert, d.h. durch den 12. Rundfunkänderungstaastvertrag darf dieser von unseren GEZ-Gebühren finanzierte Artikel der Tagesschau nur 1 Jahr im Netz stehen und muss danach GELÖSCHT („depubliziert“) werden. Mehr Infos zur Zwangslöschung von durch die Allgemeinheit finanzierten Inhalten finden Sie in diesem Artikel: Depublizierung: Wenn gebührenfinanzierte Inhalte aus dem Netz verschwinden]

Und überhaupt, so die Tagesschau, „wird die Gebühr damit bei höchstens 17,98 Euro pro Monat stagnieren.“ Ach wirklich?

Alles nur eine Frage des Standpunktes: In meinem persönlichen Fall wird sich die monatliche Gebühr jedenfalls mehr als verdreifachen!

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Screenshot des inzwischen per Gesetz ent-veröffentlichten („depublizierten“) Artikels

[UPDATE: 26.1.2012: Das Thema wird ausführlich in der 4. Folge des Podcasts beleuchtet]

Denn Menschen ohne Fernseher, die lediglich einen Internetanschluss haben, zahlen derzeit eine Gebühr von 5,76 Euro pro Monat an die GEZ. Mit der Einführung der sog. Haushaltsabgabe ab 2013 wird es diese Online-Variante nicht mehr geben. Dann wird auch für Menschen, die nur Internet haben, eine Haushalts-Zwangsabgabe erhoben und die beläuft sich auf 17,98 Euro pro Monat – mehr als das Dreifache! Für mich bedeutet das eine jährliche Mehrausgabe von 146,64 Euro. Die Gebühren bleiben stabil? Ach, sie stagnieren sogar? Hallo? Ist da jemand?

Und es soll ja auch noch Menschen geben, die weder Internet noch Fernsehen oder Radio haben wollen. Ob dieser Typus Mensch in die Kategorie „Eigenbrötler“ eingeordnet werden kann, sei dahingestellt. Auch solche Menschen müssen dann je Haushalt 17,98 pro Monat zahlen. Deren Zwangsgebühr beläuft sich dann (wo sie vorher nichts bezahlt haben) auf jährlich 215,76 Euro.

Im Tagesschaubericht sehen wir Bilder der glücklichen Fernsehfamilie, die einem Werbeprospekt entnommen sein könnten. Alles Supi, alles Hochglanz. Zunächst hatte die Tagesschau sogar berichtet, die Gebühren blieben bis 2016 stabil, korrigierte dies später und berief sich auf fehlerhafte Agenturmeldungen:

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Falschmeldung: Die Rundfunkgebühr bleibt nicht bis 2016 „stabil“, sondern bis 2014

So gerne wird immer argumentiert, dass die Rundfunkgebühr eine unabhängige Berichterstattung garantiere. Doch kaum geht es an die eigenen Töpfe, präsentiert uns die Tagesschau eine heile, bunte Welt. Für Differenzierung ist dann kein Platz mehr. Die neue Haushaltsausgabe: Stabil! Ach was, stagnierend! Alles Supi!

In der nächsten Ausgabe des Podcasts werde ich mich diesem Thema ein bisschen ausführlicher widmen und sogar einen konstruktiven Gegenvorschlag machen!

[Update]: Ups! Das ist nicht der Tag der Tagesschau. Vorübergehend haftete heute die Bahn wegen EIGLATTER (DEPUBLIZIERT!) Bahnsteige (inzwischen korrigiert):

[UPDATE 5.2.2012: Der oben verlinkte Artikel der ARD wurde inzwischen per Gesetz depubliziert, d.h. durch den 12. Rundfunkänderungstaastvertrag darf dieser von unseren GEZ-Gebühren finanzierte Artikel der Tagesschau nur 1 Jahr im Netz stehen und muss danach GELÖSCHT („depubliziert“) werden. Mehr Infos zur Zwangslöschung von durch die Allgemeinheit finanzierten Inhalten finden Sie in diesem Artikel: Depublizierung: Wenn gebührenfinanzierte Inhalte aus dem Netz verschwinden]

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Comments

  1. Hallo LinuxNetzer,
    das ist echt übel. „Abzocke“ ist glaub ich genau das richtige Wort dafür. Auch in der Schweiz dürfen wir uns auf diese neue Masche der Gebührenmafia freuen. Natürlich ist die „Billag-Gebühr“ auch hierzulande gesetzlich so verankert, dass bald JEDER bezahlen darf. Wahrscheinlich wird man auch betagte Leute, welche weder Fernseher noch Radio besitzen, bald zur Kasse beten. In Bern interessiert das anscheinend keiner, Hauptsache im wunderbaren Bundeshaus kann weiterhin auf unsere Kosten Zeitung gelesen und im Internet gesurft werden. So etwas nennt man in der Schweiz dann politisieren.

  2. Ich habe viele Berichte von den privaten Medien gelesen, die über die angebliche Gebührenstabilität fast wie ein Sieg berichten. Wie bitte? Daher schreibe ich sie an und stelle folgende Fragen:

    ——–
    Zur Farce mutiert – Rundfunkgebühren bleiben bis 2016 stabil

    Ich frage mich, wo bleiben die freien/privaten Medien mit Ihrer Kritik? Werden Sie auch von den öffentlich-rechtlichen Medien eingelullt, ohne dass sie es merken?

    Hier etwas Lesestoff:

    http://online-boykott.de/nachrichten/25-zur-farce-mutiert-rundfunkgebuehren-bleiben-bis-2016-stabil

    Kurz aber trifft das Problem mittig.

    Ich hoffe sehr, Sie kehren zu einer kritischeren Berichterstattung zurück und reichen nicht einfach durch, das, was Ihnen vorserviert wird.

    René Ketterer Kleinsteuber

    1. Ich hoffe sehr, Sie kehren zu einer kritischeren Berichterstattung zurück und reichen nicht einfach durch, das, was Ihnen vorserviert wird.

      Mit „Sie“ sind ja sicher „sie“, also etliche andere private Medien gemeint (also nicht Netz10). 😉
      Wie gesagt, die Zahl 2016 wurde ja später als falsche Agenturmeldung widerrufen und auf 2014 zurückgeschraubt. (Ich gehe mal stillschweigend davon aus, dass die Tagesschau bei der Korrektur der Agenturmeldung rechtschaffen und der Wahrheit entsprechend gearbeitet hat).

      Was aber in diesem Zusammenhang höllisch interessant ist, ist, dass viele Medien diese Korrektur der Agenturmeldung nicht mitgemacht haben und dort nach wie vor „Rundfunkgebühren bleiben bis 2016 stabil “ o.ä. steht. Eine Google-Suche bringt es an den Tag … Und so geht diese Mär wohl zumindest zum Teil in die kollektive Wahrnehmung ein….

      Nur ein paar Beispiele von Medien, die an der Zahl 2016 festhalten und sie noch nicht korrigiert haben (Stand 18.1.2012, 9:30 Uhr):
      http://digital.t-online.de/kef-rundfunkgebuehren-bleiben-bis-2016-stabil/id_53251482/index
      http://www.haz.de/Nachrichten/Medien/Uebersicht/Rundfunkgebuehren-bleiben-bis-2016-stabil
      http://www.digitalfernsehen.de/Rundfunkgebuehren-bleiben-trotz-Finanzluecke-bis-2016-stabil.77158.0.html
      http://www.wunschliste.de/tvnews/14230
      http://www.quotenmeter.de/cms/?p1=n&p2=54410&p3=
      http://www.mediabiz.de/musik/news/rundfunkgebuehren-bleiben-bis-2016-stabil/314567

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