November 1989 – Trabis in Nürnberg

Heute vor 22 Jahren fiel die Berliner Mauer. In den Tagen nach der Öffnung der Mauer kamen viele “Ostdeutsche” mit ihren (meist) Trabis über die Grenze in den Westen – auch nach Nürnberg.

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November 1989 in Nürnberg: Trabis an der "Großen Straße" (anklicken zum vergrößern)

Die meisten fuhren nicht allzu tief in den Westen und schnupperten “freie Luft” in Städten wie Hof, um “mal zu kucken”. Doch etliche kamen auch bis nach Nürnberg, um den Westen real existierend zu sehen. Bisher kannten sie den nur aus dem Fernsehen (ARD=”Außer Raum Dresden”).

Es ist ja gar nicht so einfach, nach 22 Jahren objektiv wiederzugeben, was man damals gesehen und gefühlt hat, ohne einer Form von Verklärung anheimzufallen. Doch ein paar Eindrücke möchte ich doch festhalten.

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November 1989: Trabis parken an der "Großen Straße" in Nürnberg

An der “Großen Straße” in Nürnberg (nahe dem Dutzendteich) parkten sprichwörtlich hunderte von Trabis. Die Bilder oben sind irgendwann in den Tagen nach dem Mauerfall in Nürnberg entstanden. Damals quälte man seine Mitmeschen noch mit Dia-Abenden. Die Bilder sind einfach nur abfotografiert (deshalb die Qualität, vielleicht sogar spiegelverkehrt).

Viele Menschen hupten und winkten, wenn sie einen Trabi auf der Straße sahen. So wie ich mich erinnere, war die große Mehrheit der Deutschen in euphorischer Stimmung und freuten sich mit den Menschen aus dem Osten mit ihren seltsamen, stinkenden Autos.

Neben dem 11. September 2001 war der Mauerfall 1989 das größte politische Ereignis in meinem Leben. Wir saßen vor dem Fernseher und bekamen den Mund nicht mehr zu. “Wahnsinn!” war ein oft gehörter Ausruf, als die Bilder im Fernsehen liefen und Menschen die Mauer mit Hämmern in Stücke schlugen.

Bis 1989 war unsere Welt in zwei Teile geteilt. Wir – und die da drüben. So kannten wir es, so waren wir aufgewachsen. Dass die Mauer jemals fallen würde, hätte ich nie für möglich gehalten.

Hätte man in den Jahren zuvor ein Drehbuch mit genau diesem Inhalt einer Filmproduktion vorgelegt, wäre es wahrscheinlich wegen fehlendem Realitätsbezug mit einem müden Lächeln abgelehnt worden.