Openmoko und Secure Shell (openssh)

Mit dem Zugriff über openssh lässt sich das Openmoko auch bequem vom Desktop-PC konfigurieren und mit externen Daten füttern.

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Quelle: Wikimedia - Lizenz: GPL

Das Openmoko Freerunner ist nicht nur ein Telefon. Es ist im Grunde ein (nahezu) vollwertiges Betriebssstem. Ein Vorteil ist dabei auch ein Nachteil: Weil der Freerunner so handlich ist, wird die Konfiguration auf der Kommandozeile zur filigranen Geschicklichkeitsübung. Um das Getippe auf dem kleinen Display zu umgehen (und auch, um bequem Daten aufzuspielen), greift man am Besten auf openssh (in diesem Artikel: per USB-Kabel) zurück.

Vorbereitung: Zunächst schließt man das Openmoko mit dem USB-Kabel an den (Linux-)PC an. Der PC hat nun ein weiteres Interface z.B. usb0. Dies kann mit dem Befehl ifconfig überprüft werden. Die Schnittstelle auf dem Freerunner (i.d.R. ebenfalls usb0) hat in der Grundeinstellung die IP-Adresse 192.168.0.202 zugewiesen. Auch dies kann mit dem Befehl ifconfig (auszuführen auf dem Freerunner) geprüft werden.

root@phone# ifconfig usb0
usb0      Link encap:Ethernet  HWaddr xx:xx:xx:xx:xx:xx
inet addr:192.168.0.202 Bcast:192.168.0.255  Mask:255.255.255.0
(…)

1. Zunächst muss dafür gesorgt werden, dass auch die USB-Schnittstelle auf dem PC eine IP zugewiesen bekommt, die im selben Netzwerksegment liegt wie das Openmoko. Beispiel (auf dem PC auszuführen):

ifconfig usb0 192.168.0.200

2. Nun wird die ssh-Verbindung hergestellt. Das Passwort für root ist in der Grundeinstellung leer und wird einfach mit ENTER bestätigt:

# ssh root@192.168.0.202
The authenticity of host ‘192.168.0.202 (192.168.0.202)’ can’t be established.
RSA key fingerprint is xxx:xx:xx.xx:xx:xx:xx:xx
Are you sure you want to continue connecting (yes/no)? yes
Warning: Permanently added ‘192.168.0.202’ (RSA) to the list of known hosts.
root@192.168.0.202’s password:
root@phone#

3. Nun sollte man das Rootpasswort mit dem Befehl passwd root ändern.Fertig!

4. Nun kann man mit Vergnügen auf der Kommandozeile im System des Freerunner herumwursteln. Aber auch grafische Anwendungen sind möglich. Dazu beendet man die Verbindung (oder startet gleich so ) und nutzt folgende Befehle:

# xhost +; ssh -X -v root@192.168.0.202
access control disabled, clients can connect from any host
root@192.168.0.202’s password:

5. Um nun z.B den Webbrowser Dillo zu starten verwendet man…

root@phone# dillo

…und es öffnet sich Dillo, den man nun auch bequem im Vollbildmodus nutzen könnte.

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dillo per ssh (Freerunner)

Diese Anleitung beschränkt sich nur auf das grundsätzliche Setup. Nicht eingegangen wird auf Key-Authentifizierung, Datentransfer per ssh (scp) usw. Wenn die ssh-Verbindung ein “Can`t find route to host” anzeigt, kann dies daran liegen, dass das Openmoko z.B. per WLAN angebunden ist. Hier kann es helfen, die WLAN-Verbindung zu unterbrechen und den Netzwerkdienst neu zu starten. (/etc/init.d/network restart). Ein weiteres Hindernis sind mangelnde Superuserrechte. Alsom immer schön “Ich bin root – ich darf das!” spielen. Ach ja, und zumindest auf dem getesteten SUSE-System schien die Netzwerkschnittstelle usb0 manchmal einfach so ihre IP-Adresse freizugeben….

Siehe auch: http://wiki.openmoko.org/wiki/USB_Networking#SSH_Extras

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